Nicht nur verglichen zur Kupferwelt bieten Glasfasernetze Einsparpotenziale: Sie sind auch stromsparender als die 5G-Technologie im Mobilfunk.

Nicht nur verglichen zur Kupferwelt bieten Glasfasernetze Einsparpotenziale: Sie sind auch stromsparender als die 5G-Technologie im Mobilfunk.

Grafik: © Technische Hochschule Mittelhessen

Das Ergebnis eines Breko-Gutachtens: Echte Glasfasernetze bis in die Wohnungen (FTTH) haben von allen digitalen Infrastrukturen den geringsten Stromverbrauch. Damit unterstützen sie die Klimaziele, hält der Bundesverband Breitbandkommunikation (Breko) in einer Pressemitteilung fest. Kristof Obermann von der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM) hat im Auftrag des Verbandes die Nachhaltigkeit der verschiedenen Internet-Zugangstechnologien untersucht.
 

Hochgerechnet auf die flächendeckende Versorgung Deutschlands hätten reine Glasfasernetze (FTTH) einen Stromverbrauch von 154 Megawatt. Zum Vergleich: Kupferbasierte Netze (FTTC) benötigen im gleichen Szenario 350 Megawatt und TV-Kabelnetze 650 Megawatt. Gegenüber TV-Kabelnetzen ließen sich mit Glasfaser demnach 496 Megawatt einsparen.

Stromeinsparungen im Detail

Das Gutachten der Technischen Hochschule gibt Aufschluss über den Stromverbrauch der unterschiedlichen Internet-Zugangstechnologien: Reine Glasfasernetze bis in die Wohnung (FTTH - Fiber to the Home) benötigen demnach im laufenden Betrieb bis zu 2,6 Mal weniger Strom als Glasfasernetze bis ins Gebäude (FTTB - Fiber to the Building). Sie verbrauchen zudem bis zu drei Mal weniger Strom als kupferbasierte Vectoring/Super-Vectoring-Netze (FTTC - Fiber to the Curb) und bis zu sechs Mal weniger Strom als TV-Kabelnetze (in der Variante DOCSIS 3.1).

Vergleicht man den Stromverbrauch aller gigabitfähigen Technologien bei einem Gigabitanschluss (1 Gbit/s), wird der Vorteil von Glasfaseranschlüssen noch deutlicher. Hier verbrauchen FTTH-Netze bis zu 3,6 Mal weniger Strom als FTTB-Netze und bis zu 8 Mal weniger Strom als TV-Kabelnetze.

Glasfaser energieeffizienter als 5G

Auch im Vergleich mit dem Mobilfunkstandard 5G schneidet Glasfaser deutlich besser ab. Eine aktuelle Studie von Eoptimo aus Dänemark hat den Energieverbrauch einer 1 Gbit/s-Glasfaserverbindung mit einer entsprechenden 5G-Verbindung verglichen. Das Ergebnis: Eine Glasfaserverbindung verbraucht 85 Watt, die entsprechende 5G-Verbindung 1.157,7 Watt. Der Strombedarf eines Glasfaseranschlusses (FTTH) ist demnach 13 Mal geringer als der einer 5G-Verbindung, heißt es in der Pressemitteilung ferner.

Obermann sagt zu den Ergebnissen: "Obwohl in Bezug auf FTTC und DOCSIS einige optimistische und für FTTH sehr konservative Annahmen getroffen wurden, sind die hier betrachteten FTTH-Technologien in jedem Szenario – deutschlandweit, städtische, halbstädtische und ländliche Gebiete – die nachhaltigsten aller verglichenen Internet-Zugangstechnologien. Sie sind sowohl deutlich günstiger beim Stromverbrauch als auch in Bezug auf das Gesamtgewicht der Systemtechnik beim Teilnehmer." (gun)

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