Die Bürgerschaft sieht eine sichere digitale Infrastruktur, die Kompetenzschulungen für Mitarbeitende sowie klare Datenschutzrichtlinien und -maßnahmen als besonders wichtige Faktoren für die digitale Kompetenz einer Gemeinde an.

Die Bürgerschaft sieht eine sichere digitale Infrastruktur, die Kompetenzschulungen für Mitarbeitende sowie klare Datenschutzrichtlinien und -maßnahmen als besonders wichtige Faktoren für die digitale Kompetenz einer Gemeinde an.

Bild: © Suelzengenappel/AdobeStock

Deutliche Zweifel an der Verwaltungsdigitalisierung fördert der erste »Fakten-Check Digitalisierung« der Stadtwerke Lübeck Gruppe in Kooperation mit Civey zu Tage. So blickt eine überwältigende Mehrheit der Bundesbürger:innen (80,9 Prozent) voller Skepsis auf die Digitalisierungsbestrebungen in der deutschen Verwaltung.

Civey hat dazu für Stadtwerke Lübeck Gruppe vom 20. bis 26. Februar 5.000 Bundesbürger:rinnen ab 18 Jahren online befragt. Die Ergebnisse auf Ebene der Bundesländer sind repräsentativ.

Und selbst bei einem großen Teil der kommunalpolitischen Entscheider:innen (77 Prozent) ist die Skepsis groß, dass die bürger:innennahe und nutzer:innenfreundliche Umsetzung der Verwaltungsdigitalisierung in den kommenden Jahren gelingt. Dabei sind gerade Letztere maßgeblich im Rahmen des OZG 2.0 (Onlinezugangsgesetz) mit der Umsetzung und Realisation in Städten und Kommunen betraut.

Viel Skepsis bei digitaler Teilhabe

Auch das Thema digitale Teilhabe sehen die 5.000 befragten Bundesbürger:innen zum jetzigen Zeitpunkt kritisch: Rund zwei Drittel (69,3 Prozent) von ihnen geben an, dass sie nicht glauben, dass alle Bevölkerungsgruppen gleich von der Digitalisierung profitieren. Am optimistischsten sind die 18–29-Jährigen, während bei den 40 bis 49-jährigen Befragten am wenigsten Zuversicht herrscht.

„Die Bereitstellung von digitalen Lösungen auf kommunaler Ebene, die das Leben der Bürger:innen erleichtert und ihre Lebensqualität erhöht, wird in Zukunft eine der wichtigsten Aufgaben der staatlichen Versorgungsaufgabe sein. Als Stadtwerke Lübeck sehen wir uns in einer Schlüsselrolle, diese digitale Daseinsvorsorge für die Hansestadt Lübeck und die Region zu leisten und mit unseren Lösungen auch anderen Städten bundesweit als starker Partner zur Seite zu stehen“, so Jens Meier, CEO der Stadtwerke Lübeck Gruppe.

Einfach, sicher und schnell – so wünschen sich Bürger:innen die Digitalisierung

Die Umsetzung der von Umfrageteilnehmer:innen genannten Top 3  der Digitalisierung der deutschen Verwaltung, kann das Blatt umkehren und Zuversicht aufbauen. Auf Platz eins sieht gut jede:r Zweite die Sicherheit und damit zum Beispiel den Schutz vor Cyberattacken (50,8 Prozent). Auf Platz zwei nennt mehr als jede:r Dritte die Nutzer:innenerfahrung im Sinne von einfacher Bedienbarkeit (39,1 Prozent), dicht gefolgt von der Schnelligkeit der Umsetzung auf Platz 3 (36,5 Prozent).
 
Damit die Umsetzung gelingt, haben die Bundesbürger:innen ein klares Bild von der Priorisierung der konkreten Vorhaben bei der Verwaltungsdigitalisierung: Fast die Hälfte der Befragten (48,9 Prozent) erwartet, dass der Zugang zu Dienstleistungen einfach ist. Darüber hinaus sollten für fast jede:n Zweite:n die Sicherheit persönlicher Daten (44,7 Prozent) und die Kommunikation zwischen Behörden (42,8 Prozent) im Fokus stehen.

Ausbau der digitalen Kompetenz – ein Erfolgsfaktor für Kommunen

Um den Wünschen der Befragten Rechnung zu tragen, braucht es aus Sicht der kommunalpolitischen Entscheider:innen vor allem digitale Kompetenzschulungen für Mitarbeitende (43 Prozent), eine sichere digitale Infrastruktur (42,6 Prozent), die Übernahme von Projekten aus anderen Kommunen und Städten (23,8 Prozent) – und damit die Orientierung an bereits erfolgreichen Leuchtturmprojekten sowie die Anwendung der Lösungen. Ein weiterer relevanter Faktor: die digitale Souveränität und damit die Unabhängigkeit (22,2 Prozent).

Ein vergleichbares Bild zeigt der Blick auf die Antworten der Bürger:innen: Auch sie sehen eine sichere digitale Infrastruktur (46,8 Prozent), die Kompetenzschulungen für Mitarbeitende (33 Prozent) sowie klare Datenschutzrichtlinien und -maßnahmen (23,9 Prozent) als besonders wichtige Faktoren für die digitale Kompetenz einer Gemeinde an.

Umdenken in der deutschen Digitalpolitik nötig

Stadtwerke-Chef Jens Meier erklärte dazu: "Die Ergebnisse zeigen in aller Deutlichkeit, dass es eines Umdenkens in der deutschen Digitalpolitik bedarf. Bundesbürger:innen als auch die kommunalpolitischen Entscheider:innen sind massiv unzufrieden mit der Geschwindigkeit des digitalen Fortschritts und formulieren eine klare Erwartungshaltung: einfach, sicher und schnell soll die Digitalisierung sein."

Diese Wünsche müssen ihm zufolge von allen Akteur:innen gehört und beachtet werden. Und weiter: "Als Stadtwerke Lübeck Gruppe sehen wir die Digitalisierung nicht als Selbstzweck oder Modeerscheinung – sie soll den Menschen dienen und Lebensqualität heute und in der Zukunft sicherstellen. Damit dies gelingt, muss die digitale Expertise, die auf kommunaler Ebene zweifelsfrei vorliegt, deutlich stärker genutzt werden".

Als kommunales Unternehmen sehe man sich in einer Schlüsselrolle, die digitale Daseinsvorsorge für die Hansestadt Lübeck und die Region zu leisten, aber auch Lösungen für andere Kommunen und Städte anzubieten. "Es ist augenscheinlich, dass ein rein top-down orientierter Ansatz, ausgehend von der Bundesebene, bei der Digitalisierung nicht ausreichend Wirkung entfalten konnte. Ein aktiveres Engagement der Kommunen ist daher zwingend erforderlich." (sg)

Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper