Ähnliche Arbeiten wie hier nahe Schwerin könnten bald auch in Bad Oldesloe (Schleswig-Holstein) zu beobachten sein.

Ähnliche Arbeiten wie hier nahe Schwerin könnten bald auch in Bad Oldesloe (Schleswig-Holstein) zu beobachten sein.

Bild: © Jens Büttner/dpa

Es ist ein Projekt, das ein kleines Stadtwerk wie Bad Oldesloe (Schleswig-Holstein) so noch nie gestemmt hat. Etwa 17 Millionen Euro will der städtische Eigenbetrieb in einen neuen Windpark im Ortsteil Schadehorn investieren.

Geplant sind vier Windkraftanlagen mit einer Höhe von je 180 Metern und einer Leistung von je 4,2 Megawatt. Macht insgesamt knapp 17 Megawatt.

Frühere Wind-Projekte der Stadtwerke Bad Oldesloe

Schon Anfang der 1990er-Jahre hätten die Stadtwerke eine Windkraftanlage gebaut, erzählt Werkleiter Jürgen Fahl. "Die hatte aber nur eine Leistung von 80 Kilowatt und ist inzwischen wieder zurückgebaut."

Zudem beteilige sich der Betrieb an einer weiteren Windkraftanlage im Ortsteil Wolkenwehe (3 MW). Allerdings lediglich zu 13,3 Prozent.

Jürgen Fahl, Werkleiter bei den Stadtwerken Bad OldesloeBild: © Stadtwerke Bad Oldesloe

Stadtwerke als "verlässlicher Partner"

Die Windräder in Schadehorn wollen die Stadtwerke nun dagegen allein verantworten. Als das Land Schleswig-Holstein das Areal wieder als Windkraft-Vorranggebiet aufnahm, bewarben sie sich auf Wunsch der Kommune und setzten sich durch. "Wir versuchten nicht nur mit einem guten Angebot zu punkten, sondern auch als verlässlicher Partner vor Ort, der garantiert, dass wirtschaftliche Überschüsse in der Region bleiben und durch die Kommune etwa für Schulen und Kitas verwendet werden."

Die Investitionssumme wollen die Stadtwerke vorwiegend über Darlehen aufbringen. Die geplanten 17 Millionen Euro sollen all das abdecken, was für die Errichtung und den Betrieb des Parks nötig ist: von Anlieferung über Aufstellung der Windräder und Gutachten bis hin zum Anschluss ans öffentliche Netz. Die Anlagen liefern, aufstellen, in Betrieb nehmen und warten soll der niedersächsische Anlagenhersteller Enercon.

40 Mio. kWh Strom pro Jahr

Noch steht die formelle Genehmigung der Windparkpläne beim Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume aus. "Den Antrag werden wir wohl noch diesen Monat einreichen", sagt Fahl. Der Bau selbst könnte dann schon im Sommer beginnen, die Inbetriebnahme im Frühjahr 2022 folgen.

Fahl rechnet damit, dass der Windpark durchschnittlich 40 Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr produzieren wird. Zum Vergleich: Insgesamt verbraucht Bad Oldesloe (25.000 Einwohner) jährlich etwa 90 Millionen Kilowattstunden. (ab)

Zur Info: Die Stadtwerke Bad Oldesloe mit ihren 17 Mitarbeitern sind ein Eigenbetrieb der gleichnamigen Stadt. Die Abwasserentsorgung und das Freibad Poggensee betreiben sie in eigener Verantwortung. Den Betrieb der Strom-, Gas-, Wärme-, Wasser- und Breitbandversorgung haben sie auf das Tochterunternehmen Vereinigte Stadtwerke und die Vereinigten Stadtwerke Netz übertragen.

Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper