Die Hansewerk-Gruppe plant im gesamten Norden Projekte und Feldtests, um das Klimaschutzpotenzial von Wasserstoff weiter voranzubringen und wird dafür einen zweistelligen Millionenbetrag investieren. "Im Rahmen der Sektorenkopplung wird zukünftig immer mehr grüner Strom aus heimischer Erzeugung in Wärme, Mobilität oder synthetische Gase umgewandelt werden. Grüner Wasserstoff wird hierbei eine entscheidende Rolle als Zukunftsenergie spielen", sagte Matthias Boxberger, Vorstandsvorsitzender der Hansewerk AG.
Als Gründungsmitglied der Initiative "Norddeutsches Reallabor" hat Hansewerk zudem einen Zuschlag im Ideenwettbewerb "Reallabore der Energiewende" vom Bundeswirtschaftsministerium erhalten. Das eingereichte Konzept von Hansewerk sieht vor, mit einer Elektrolyseanlage Wasserstoff aus grünem Strom für einen Hamburger Industriepartner zu produzieren und die Anlage zudem systemdienlich einzusetzen. Durch die Produktion des regenerativen Wasserstoffs könnten circa 17.000 Tonnen CO2-Emissionen pro Jahr gegenüber der Wasserstoffproduktion aus Erdgas eingespart werden.
Wasserstoff für den ganzen Norden
Die in Hamburg geplante Anlage soll die wachsende industrielle Nachfrage im Hafen sowie den steigenden Bedarf für Mobilitätsanwendungen bedienen. Sie wird skalierbar konzipiert und legt damit die Basis für eine nachhaltige Versorgung der Hansestadt mit Wasserstoff. Zusätzlich prüft Hansewerk die Umrüstung eines kleinen Erdgasnetzes in Mecklenburg-Vorpommern auf 100 Prozent Wasserstoffbetrieb. Die Energie soll in einer kundeneigenen P2G-Anlage erzeugt werden, während die Wasserstoffeinspeisung sowie der Betrieb des Wasserstoffnetzes durch die Hansewerk-Gruppe erfolgt.
Außerdem wird Hansewerk im Rahmen des "Norddeutschen Reallabors" die Machbarkeit der Umrüstung eines eigenen großen Erdgasspeichers auf Wasserstoff untersuchen. Dieser Speicher liegt in Kraak bei Schwerin und verfügt über vier große Kavernen. Im Sommer hatte die Hansewerk-Tochter Schleswig-Holstein Netz in Brunsbüttel bereits die erste Einspeiseanlage für grünen Wasserstoff in Betrieb genommen, der in das 70-Bar-Netz der Schleswig-Holstein Netz AG eingespeist werden soll. Die Investitionskosten für diese 2,4 MW starke Power-to-Gas-Anlage (PtG) lagen bei rund 4,5 Mio. Euro.
Ein BHKW mit Wasserstoffbetrieb
Die Hansewerk-Tochter "Hansewerk Natur" plant in Hamburg ein BHKW mit einer elektrischer Leistung von 1 MW, das komplett auf Basis von grünem Wasserstoff betrieben werden soll. Hierzu hat Matthias Boxberger eine entsprechende Vereinbarung mit dem Lösungsanbieter von Gasmotoren "INNIO" unterzeichnet. Zusammen mit dem Gasmotorenhersteller Innio Jenbacher hat Hansewerk zudem ein "grünes" Erdgas-Blockheizkraftwerk (BHKW) im bestehenden Heizkraftwerk in Wahlstedt im Kreis Segeberg in Schleswig-Holstein in Betrieb genommen. (sig)



