Kraft-Wärme-Kopplunganlagen wie diese hier in Dresden werden an Bedeutung gewinnen, sind sich viele Branchenkenner sicher.

Kraft-Wärme-Kopplunganlagen wie diese hier in Dresden werden an Bedeutung gewinnen, sind sich viele Branchenkenner sicher.

Bild: © Drewag

Thomas Bareiß, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundeswirtschaftsministerium, brachte die Bedeutung der KWK auf dem Kongress des Bundesverbands Kraft-Wärme-Kopplung (B.KWK), der am Mittwoch startete, direkt auf den Punkt: "Das Thema Technologieoffenheit spielt in Deutschland eine große Rolle und die KWK ist bereits heute und wird in den nächsten Jahren eine wichtige Technologie sein, um auch die erneuerbaren Energien voranzubringen."

Dabei wird der KWK von Kritikern vorgeworfen, sie sei unflexibel. Ein Aspekt auf den Heinz Ullrich Brosziewski, Vizepräsident des B.KWK, einging: "KWK-Anlagen sind flexibel, es bleibt eine Frage der Rahmenbedingungen. Wenn ich keinen Anreiz habe, netzdienlich zu fahren, tue ich es nicht."

Kohle- und Kernenergieaustieg auffangen

Jedoch könnte die Versorgungssicherheit mit KWK-Anlagen gesichert werden: Vor allem im Hinblick auf die Wintermonate seien KWK-Anlagen notwendig, um die Netze zu stabilisieren und auch Wärme zu liefern, wenn die erneuerbaren Energien nicht in dem notwendigen Maße liefern könnten, betonte Ralph Lenkert, Bundestagsabgeordneter von der Fraktion Die Linke.

Martin Neumann, Mitglied des Bundestages für die FDP-Fraktion, kritisierte in diesem Kontext, dass die Versorgungssicherheit "lange nicht auf der politischen Agenda war". Gerade vor dem Hintergrund, dass 2023 um die 9 bis 10 GWh Kernenergie vom Markt genommen würden, brauche es die KWK, um CO2-frei zu bleiben und dies aufzufangen.

Erneuerbare Energien entsprechend fördern

Damit KWK-Anlagen fossilfrei laufen können, sei eine vermehrte Stärkung der Erneuerbaren nötig, betonte Simone Peter, Präsidentin des Bundesverbandes Erneuerbare Energien (BEE). Während der geplante Wegfall des Photovoltaikdeckels positiv bewertet werde, seien die angedachten Abstände von rund 1000 Metern zwischen den Windkraftanlagen "fatal". Denn dadurch würden ungefähr 40 bis 50 Prozent der Flächenkulisse für die Windenergie wegfallen. 

Im Hinblick auf die Netze merkte sie an, dass diese bereits aufnahmefähig für die erneuerbaren Energien seien, auch wenn Kritiker das Gegenteil behaupten. Stattdessen spricht sich die BEE-Präsidentin dafür aus, dass die "Netze optimiert, das Lastenmanagement verbessert und Speicheroptionen eingeführt werden". Vor allem im Wärmenetz könnten KWK-Anlagen "bereits heute zusätzliche Effizienzgewinne" hervorbringen. In den Kommunen bei den Nahwärmenetzen könnten erneuerbare Energien und KWK miteinander kombiniert Mehrwerte schaffen. (ab)

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