Das deutsche Stromnetz ist laut Monitoringbericht der BNetzA etwa 1,8 Mio. Kilometer lang. Den größten Anteil haben Verteilnetze der Niederspannungsebene mit 1.156.800 Kilometer. Es folgen 509.900 Kilometer Mittelspannung, 96.300 Kilometer Hochspannungsebene und 35.000 Kilometer Höchstspannungsnetze.

Das deutsche Stromnetz ist laut Monitoringbericht der BNetzA etwa 1,8 Mio. Kilometer lang. Den größten Anteil haben Verteilnetze der Niederspannungsebene mit 1.156.800 Kilometer. Es folgen 509.900 Kilometer Mittelspannung, 96.300 Kilometer Hochspannungsebene und 35.000 Kilometer Höchstspannungsnetze.

Bild: © Michael Raubold/Amprion

Deutschland hat 2020 deutlich mehr Strom importiert als in den vergangenen Jahren. Bis kurz vor dem Jahreswechsel (20. Dezember) flossen im kommerziellen Stromhandel knapp 33.000 Gigawattstunden ins deutsche Stromnetz, wie aus jüngsten Zahlen der Bundesnetzagentur (BNetzA) hervorgeht. Das sind rund 36 Prozent mehr als im Jahr 2019. 

Weil zudem weniger Strom ins Ausland verkauft wurde als im Vorjahr, ist der deutsche Strom-Exportüberschuss kräftig gesunken. Mit rund 17.400 Gigawattstunden war er nur noch halb so hoch wie 2019 (35.100). Zum Vergleich: Die Brutto-Stromerzeugung in Deutschland betrug 2020 nach vorläufigen Zahlen 564.000 Gigawattstunden.

Hauptimportland bleibt Frankreich

Ein Grund für die wachsenden Stromimporte ist nach Angaben des Statistischen Bundesamtes der sinkende Anteil von Kohle- und Kernkraftwerken an der Stromerzeugung in Deutschland. Insbesondere bei Windstille oder Dunkelheit sei zur Deckung des Bedarfs Strom importiert worden, stellten die Statistiker mit Blick auf das erste Halbjahr fest. Hauptimportland für Strom war auch 2020 Frankreich, größter Abnehmer Österreich.

Nach Angaben des Umweltbundesamtes hielten sich Erzeugung und Verbrauch in Deutschland bis zum Jahr 2003 in etwa die Waage. Seitdem werde mehr Strom produziert als verbraucht, und es gebe einen Überschuss beim Stromaustausch mit den Nachbarländern. Mit über 55.000 Gigawattstunden sei 2017 der Höchstwert erreicht worden. Seitdem sinkt der Überschuss - auf etwa 17.400 Gigawattstunden im Jahr 2020. 

Trend zu mehr Importen setzt sich fort

Die Betreiber der großen Übertragungsnetze gehen davon aus, dass Deutschland in Zukunft stärker auf Stromimporte angewiesen sein wird, um in Extremsituationen die Stromversorgung aufrechterhalten zu können. Der Grund: Mit dem Umstieg auf Wind- und Sonnenstrom schwinde die von Wetterbedingungen unabhängige sichere Leistung im Stromsystem. Wie wahrscheinlich ein solche Mangelsituation ist, dazu treffen die Netzbetreiber in ihrer theoretischen Analyse aber keine Aussage.

Die Bundesnetzagentur gab auch einen Überblick über die Entwicklung der Stromhandelspreise in 2020. So belief sich der durchschnittliche Day-Ahead Großhandelsstrompreis im abgelaufenen Jahr auf 30,47 Euro/MWh (2019: 37,67 Euro/MWh). Zum höchsten Preis auf dem vortägigen Großhandelsmarkt kam es am 21. September 2020 zwischen 19:00-20:00 Uhr mit 200,04 Euro/MWh. Am 21. April 2020 erreichte der Strompreis zwischen 14:00-15:00 Uhr mit minus 83,94 Euro/MWh den geringsten Wert des Jahres 2020.

An fast 300 Stunden negative Day-Ahead-Preise

Insgesamt gab es nach Angabern der Regulierungsbehörde im vergangenen Jahr an der Börse in 298 Stunden (2019: 211 Stunden) negative Day-Ahead Großhandelsstrompreise. Weitere Kennzahlen und Erläuterungen zum Strommarkt im Jahr 2020 finden Sie im Jahresartikel auf der Strommarktdatenplattform der Bundesnetzagentur. (hil/dpa) 

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