Weniger Wind- und Solaroutput trugen in den vergangenen Tagen ebenso dazu bei, dass die Preise am Strommarkt stiegen.

Weniger Wind- und Solaroutput trugen in den vergangenen Tagen ebenso dazu bei, dass die Preise am Strommarkt stiegen.

Bild: © Patrick Pleul/dpa

Der Bullenmarkt an der Strombörse hielt auch am Mittwoch an. Zum zweiten Mal in Folge lag das Base-Standardprodukt für das kommende Lieferjahr (Cal-23) an der Energiebörse EEX über der 500-Euro-Marke. Am Nachmittag wurde die Megawattstunde für 514 Euro pro MWh gehandelt.

Noch höher notierte das Cal-23-Standardprodukt für Spitzenlasten (Peak-Load). Der Preis hierfür: 740 Euro pro MWh. Preisentwicklungen zeigt die EEX am Mittwoch noch bis zum Kalenderjahr 2026 an. Das Jahresband hierfür kostete demnach immer noch 179 Euro pro MWh. Zum Vergleich: Früher waren Preise von 30 bis 60 Euro pro MWh üblich.

Gas- und Kohlesorgen

Weiterhin peitschen steigende Gas- und Kohlepreise die Kurse nach oben. So kostete die Megawattstunde Erdgas am Mittwoch zwischendurch schwindelerregende 237 Euro (Liefermonat September, Handelspunkt TTF). Eine Tonne Steinkohle wurde für 361 US-Dollar gehandelt (API 2, Liefermonat September).

Hauptursachen dafür sind weiterhin große Unsicherheiten über russische Gaslieferungen, hoher Speicherbefüllungsdruck, neue Drohungen aus Russland, dass Gas im Winter noch deutlich teurer werden könnte, sowie der ungewöhnlich niedrige Pegelstand am Rhein, der den Transport von Steinkohle zu mitteleuropäischen Kraftwerken erheblich erschwert.

Bullisher CO2-Markt

Auch der CO2-Markt zeigte sich zuletzt wieder bullish. Die Preise für CO2-Zertifikate stiegen innerhalb von zwei Wochen von 83 auf zwischenzeitlich mehr als 95 Euro pro Tonne.

Der Branchendienst Montel verwies in seinem Bericht auf geringe Auktionsvolumen, ein knappes Stromangebot und eine niedrige Stromproduktion aus Wind- und Wasserkraftwerken.

Erdgas mit Stromanteil von 17 Prozent

In dieser Woche brach die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien aus Deutschland förmlich ein, wie Daten der Fraunhofer-Plattform Energy-Charts zeigen. Lediglich 41 Prozent kamen Stand Mittwochnachmittag aus diesen Quellen. Vor allem der Windertrag war bislang ungewöhnlich niedrig (sieben Prozent). Wasserkraftwerke steuerten nur ein Prozent zum Strommix bei.

Ganz vorne lag die Braunkohle (22 Prozent), gefolgt von Photovoltaik (20 Prozent) und Erdgas (17 Prozent). (aba)

Info: Täglich aktualisierte Energiemarktdaten und -grafiken finden Sie hier im ZfK-Datenraum, der in Kooperation mit dem Berliner Datenspezialisten Energy Brainpool befüllt wird.

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