Theoretisch könnte der aktuelle Strombedarf in Deutschland allein durch die Windkraft gedeckt werden. Die Studie der Deutschen Windguard „Volllaststunden von Windenergieanlagen an Land – Entwicklung, Einflüsse, Auswirkungen“ zeigt, dass sich die Stromerzeugung allein durch die technische Weiterentwicklung der Anlagen bis 2030 auf 200 TWh jährlich verdoppeln ließe.
In Kombination mit einer Flächenausweisung könnte die Erzeugung auf 500 TWh pro Jahr ansteigen und entspricht damit etwa dem deutschen Gesamtstromverbrauch (530 TWh). Rechnet man den technischen Fortschritt in der Offshore-Branche hinzu, könnten die fehlenden 30 TWh erreicht werden, so die Studienautoren.
Zehn Mal mehr Strom als vor 20 Jahren
Insgesamt könnten etwa 12.500 moderne, neue Anlagen gemeinsam mit weiterhin in Betrieb befindlichen Altanlagen etwa 212 TWh Ertrag im Jahr 2030 erbringen. Würde die Flächenkulisse von heute 0,9 Prozent auf zwei Prozent der Landesfläche erweitert, so wären rund 500 TWh durch Wind im Binnenland zu erzeugen, so die Hochrechnungen der Windguard im Auftrag des BWE und des Landesverbandes Erneuerbare Energien NRW (LEE NRW).
Christian Mildenberger, Geschäftsführer des LEE NRW bringt den Fortschritt der Branche auf den Punkt: „Wind kann deutlich mehr: In den vergangenen 20 Jahren hat die Technologie große Sprünge gemacht. Moderne Windkraftanlagen produzieren heute rund zehnmal so viel Strom wie solche, die zur Jahrtausendwende gebaut worden sind. Das muss sich auch in Potenzialstudien von Bund und Ländern besser widerspiegeln.“
700 TWh bis 2040
Nach Berechnungen des LEE NRW könnte 2040 der Ertrag der Windkraftanlagen noch weiter steigen, ebenfalls ohne, dass sich die Gesamtzahl der Anlagen verändert. In drei bis fünf Jahren kommen die Anlagen über 7 MW auf den Markt, dann könnten alleine an Land 700 TWh Grünstrom erzeugt werden. (lm)



