Mit ihrem neuen Angebot wollen die Stadtwerke Augsburg die sinkenden Margen im Heimatmarkt kompensieren.

Mit ihrem neuen Angebot wollen die Stadtwerke Augsburg die sinkenden Margen im Heimatmarkt kompensieren.

Bild: © swa

Es ist ein bekanntes Problem: Bei geringen Heizlasten, gerade im Sommer, kommt es zu hohen Rücklauftemperaturen an Fernwärmeanschlüssen und dadurch zu einem ineffizienten Betrieb. Die Exergiemaschine, die vom Solartechnikhersteller varmeco aus Kaufbeuren und dem Schweizer Partnerunternehmen BMS-Energietechnik entwickelt wurde, soll dem entgegenwirken. Ziel sei es, die Rücklauftemperatur an den Fernwärmeanschlüssen zu verringern, berichtet das auf Heizungs- und Klimatechnik spezialisierte Nachrichtenportal Recknagel.

Die Exergiemaschine arbeitet laut varmeco mit einem Wärmepuffer und stellt in diesem Speicher eine optimale Temperaturschichtung her. Ist die Temperaturschichtung im Speicher zum Beispiel durch einen langen Zirkulationsbetrieb bei einer geringen Warmwasserzapfung zerstört, ziehe die Maschine Wasser aus der Speichermitte, heißt es. Ein Teil davon werde erwärmt und oben im Speicher eingespeist, der andere Teil gelange abgekühlt unten in den Speicher.

Testphase in einem Wohnblock

Die swa testen die Anlage nun in einem fast 50 Jahre alten Wohnblock im Stadtteil Hammerschmiede. Rund 90 Wohneinheiten werden dort über den 320-Kilowatt-Fernwärmeanschluss der Heizzentrale versorgt. Diese wurde kürzlich modernisiert und mit zwei neuen 1000-Liter-Wärmespeichern sowie mit Frischwassererwärmern ausgerüstet.

Die große Menge zirkulierenden Wassers führte jedoch bei geringer Zapfung und Heizlast trotz Exergieoptimierung der Durchlauferhitzer nach wenigen Stunden zu einer Temperatur von etwa 55 Grad Celsius in den Wärmespeichern. „Dies passiert mit der eXergiemaschine nicht mehr", sagt Hermann Egger, Leiter Anlagentechnik der Stadtwerke Augsburg Energie. „Mit einem Rücklauf auf niedriger Temperatur, wie ihn die Exergiemaschine ermöglicht, arbeitet das Fernwärmenetz effizienter. Denn erzeugerseitig wird seltener nachgeladen und wir können unser Heizkraftwerk mit einem höheren Wirkungsgrad betreiben."

Weitere Einsatzmöglichkeiten geplant

Der Praxistest in Hammerschmiede soll nun das Potenzial der Maschine über alle Jahreszeiten sichtbar machen. Die ersten Ergebnisse im Sommerbetrieb sind laut varmeco vielversprechend: Während die Rücklauftemperatur ohne Exergiemaschine oft auf über 55 Grad Celsius steige, könne sie mit ihr auf 31 Grad Celsius gesenkt werden.



Gleichzeitig steige die Temperaturspreizung im Speicher auf über 40 Kelvin (Vorlauf 73 Grad Celsius) und die Zahl der Nachladungen durch den Fernwärmeanschluss werde beinahe halbiert. Nach erfolgreichem Ausgang des Langzeittests möchten die Stadtwerke Augsburg weitere fernwärmeversorgte Gebäude mit einer Exergiemaschine ausstatten. (jk)

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