Mehr als 50 Prozent der CO2-Emissionen fallen im Wärmesektor an, die Geothermie wäre eine Möglichkeit, diesen Anteil zu minimieren. Doch nur wenige Projektierer wagen sich auf dieses Terrain – zu hoch sind die wirtschaftlichen Risiken. Der Einsatz von Glasfaser als Sensor für Verformungsänderungen im Boden könnte Unsicherheiten derzeitiger seismischer Explorationen beheben.
Aktuell würden sich allein die Kosten für die Exploration der Böden im Multi-Millionenbereich bewegen, erklärt Sven Fuchs, Leiter des Labors Thermische Petrophysik des Deutschen Geoforschungszentrums in Potsdam. Und dann bleibt immer noch ein Restrisiko, nicht die passenden geophysikalischen Gegebenheiten für eine erfolgreiche Bohrung vorzufinden, denn die Informationslage in seismische Darstelllungen ist vor allem im urbanen Raum eher dünn.
Lokale Verformungen, aber auch Intensitäten feststellbar
Glasfasernetze können in Kombination deutlich mehr Aufschluss über die Bodeneigenschaften- und Strukturen geben, wie Fuchs auf der Jahrestagung des Forschungsverbunds Erneuerbare Energien (FVEE) in Berlin erklärt. Dabei wird die Faser mit einem "Kohärenten Laser Puls" beschickt, über die elastische Streuung der elektromagnetischen Wellen können wiederum lokale Verformungen, aber auch Intensitätsveränderungen erkannt werden.
Vor allem in urbanen Gebieten, die immer mehr mit Glasfaser erschlossen werden, kann auf diese Weise vorhandene Infrastruktur genutzt werden. Wie die Daten dann übertragen werden können, soll im Rahmen der weiteren Forschung von Fuchs und seinen Kollegen noch weiter erarbeitet werden. Eine Möglichkeit wäre via Funk. "Wir planen bis 2022 den Nachweis zu erbringen, dass wir in den Untergrund schauen können", resümiert Fuchs. (ls)

