Wird im Juni BDEW-Präsidentin: Entega-Chefin Marie-Luise Wolff.

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Bild: © Entega

Eine Studie des Umweltbundesamts (UBA) hat erstmals systematisch den Verbleib von Kunststoffen in der Umwelt in Deutschland untersucht. Dies sind die Mengen, die nach ihrem Eintrag nicht durch Reinigungs- oder andere Maßnahmen wieder entfernt werden.

Der größte Verursacher ist der Verkehr. Durch den Reifenabrieb gelangen etwa 133.000 bis 165.000 Tonnen Kunststoff pro Jahr in die Umwelt. An zweiter Stelle folgt der Bereich Bau mit rund 9000 bis 60.000 Tonnen, gefolgt von Landwirtschaft und Gartenbau, die zusammen auf 6000 bis 22.000 Tonnen kommen.

Neue Analysemethode

Weitere Quellen sind der Spiel-, Sport-, Freizeit- und Eventbereich (z.B. Granulate für Kunstrasenplätze, Spielgeräte) mit rund 1800 bis 3100 Tonnen und Verbraucherprodukte wie Kleidung (Fasern) und Farben/Lacke mit circa 900 bis 2500 Tonnen. Rund 650 bis 2500 Tonnen gelangen durch Littering, also achtloses Wegwerfen oder Liegenlassen von Abfällen, in die Umwelt.

Laut UBA lagen Daten zu Kunststoffeinträgen in die Umwelt lediglich vereinzelt vor. Zentrales Ziel der Studie war daher die Entwicklung einer Methodik, mit der in einem zweiten Schritt die Masse an Kunststoffen abgeschätzt wurde, die in Deutschland auf verschiedenen Wegen in die Umwelt gelangen und dort dauerhaft verbleiben – also beispielsweise auch nach Reinigungs- oder Rückbaumaßnahmen. Allerdings besteht nach Ansicht des UBA weiterer Forschungsbedarf: Zum Teil bestehen erhebliche Datenlücken, so dass auf Basis zahlreicher Annahmen gerechnet werden musste. Dies zeige sich auch in den großen Spannbreiten der Werte, stellt das UBA weiter fest. Die Datenlage sollte daher zukünftig verbessert und das Modell fortgeschrieben werden.

Grenzwerte für Reifenabrieb

„Mit der nationalen Umsetzung der EU-Einwegkunststoffrichtlinie zum 3. Juli 2021 werden sehr wirksame Impulse gegen das Littering von Kunststoffen gesetzt“, kommentiert UBA-Präsident Dirk Messner die Studie. „Wir müssen uns jetzt viel stärker auch um die anderen Bereiche kümmern – den Reifenabrieb, die Einträge aus dem Baubereich oder aus Landwirtschaft und Gartenbau.“

Beispielsweise sollte für Reifenabrieb Grenzwerte eingeführt werden. Das Umweltbundesamt unterstützt daher die Entwicklung von Messmethoden und deren Umsetzung auf EU-Ebene mit Untersuchungen im Rahmen eines eigenen Forschungsprojektes. (hp)

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