Deutschland hat im Jahr 2018 rund 25,2 Mio. Tonnen Abfälle in insgesamt 163 Länder exportiert. 89 Prozent dieser Abfälle blieben in Europa. 10 Prozent werden nach Asien, ein Prozent nach Nordamerika, 0,6 Prozent nach Afrika, 0,1 Prozent nach Südamerika und 0,04 Prozent nach Ozeanien ausgeführt.
Mit einem Anteil von 41 Prozent waren Metalle der größte Posten der Ausfuhren. Lediglich vier Prozent (1,1 Mio. Tonnen) entfielen auf Kunststoffe. Das Gesamtabfallaufkommen lag in Deutschland im Jahr 2018 bei 417 Mio. Tonnen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des BDE Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft, die Daten des Statistischen Bundesamtes für 2018 auswertet.
Müllimporte nach Deutschland
97 Prozent der Abfallexporte beziehen sich laut der Untersuchung auf sieben Rohstofffraktionen. Nach den Metallen entfallen 25 Prozent auf pflanzliche und tierische Abfälle. Elf Prozent der Exportmenge macht das Altpapier aus, gefolgt von einem Anteil von neun Prozent Aschen und Schlacken. Mit einem Anteil von drei Prozent bzw. zwei Prozent haben Altholz und Textilien einen vergleichsweise niedrigen Anteil.
Deutschland importiert auch Müll. Die eingeführte Abfallgesamtmenge betrugt 2018 21,5 Mio. Tonnen. Auch hier findet der Handel überwiegend innerhalb Europas statt. 89 Prozent der Importe kamen aus europäischen Ländern. Dabei entfielen 98 Prozent auf sieben Rohstoffarten. Hier machten pflanzliche und tierische Abfälle (29 Prozent), Metalle (28 Prozent) und Altpapier (22 Prozent) den größten Anteil aus.
„Versachlichung der Debatte“
„Der weltweite Handel von Abfällen gehört zu den Themen, die in der öffentlichen Diskussion sehr emotional diskutiert werden“, erklärte BDE-Präsident Peter Kurth bei der Vorstellung der Studie. Sie sei „ein Beitrag zur Versachlichung der Debatte. Die Plastikvermüllung der Weltmeere beruht nicht auf dem internationalen Handel mit Abfällen.“
Der Handel ermögliche laut Kurth erst die Rohstoffgewinnung aus Recyclingmaterialien, die auf die ressourcenschädliche Entnahme aus den natürlichen Vorkommen verzichtet. Dieser Ressourcenschutz könnte noch stärkere Effekte erzielen, wenn Strukturen der Kreislaufwirtschaft endlich weltweit etabliert würden. Länder, die keine Aufbereitungsindustrie haben, müssten ihre getrennt gesammelten Abfälle exportieren dürfen, sonst finde Recycling überhaupt nicht statt, empfiehlt Kurth. (hp)



