Karriere

Aus- und Weiterbildung: Seit dem 1. April gibt es neue Zuschüsse

Die Bundesregierung will Beschäftigte fit für die Arbeit von morgen machen und mehr Jugendliche in Ausbildung bringen. Ab April 2024 gibt es dafür mehr Unterstützung durch das Weiterbildungsgesetz und die Ausbildungsgarantie.
27.03.2024

Viele können sich nun über geringere Reise- und Unterbringungskosten für Praktika freuen.

Lebenslanges Lernen wird für Arbeitende immer wichtiger. Neue Arbeitsinhalte, neue Technologien, neue Werkzeuge: Die Arbeitswelt ist im Wandel begriffen. Die Bundesregierung unterstützt Unternehmen, Beschäftigte und Auszubildende jetzt noch stärker dabei, sich für die neuen Herausforderungen fit zu machen. Zum 1. April starten neue Maßnahmen.

Den Berufseinstieg erleichtern

Das Weiterbildungsgesetz umfasst – wie im Koalitionsvertrag vereinbart – eine Ausbildungsgarantie. Dazu gehören auch berufsorientierende Kurzpraktika in Betrieben und ein Mobilitätszuschuss.

Ab 1. April können junge Menschen leichter Berufsorientierungspraktika absolvieren und so typische Tätigkeiten und Inhalte einer möglichen Ausbildung vorab kennenlernen: Die Bundesagentur für Arbeit (BA) kann Fahrt- und Unterkunftskosten für die ein- bis sechswöchigen Praktika übernehmen. Die Förderung muss nur vor Praktikumsantritt beantragt werden.

Einen Mobilitätszuschuss können Auszubildende erhalten, die umziehen mussten, da ihre Ausbildung weitab von ihrem Wohnort stattfindet. Die BA übernimmt nun im ersten Ausbildungsjahr die Kosten für zwei Familienheimfahrten pro Monat. Diese finanzielle Unterstützung soll es Jugendlichen erleichtern, eine Ausbildung aufzunehmen, auch wenn der Ausbildungsbetrieb in einer anderen Region liegt.

Fachkräfte halten und weiterqualifizieren

Mit dem Weiterbildungsgesetz hat die Bundesregierung Instrumente geschaffen, um vor allem kleine und mittelständische Unternehmen zu unterstützen. Das neue Gesetz macht berufliche Weiterbildung insgesamt noch leichter zugänglich.

Die Angebote werden übersichtlicher und stehen – anders als bisher – allen Betrieben offen. Feste Fördersätze machen die Weiterbildungsförderung zudem transparenter und sollen den Agenturen für Arbeit die Umsetzung erleichtern.

Ab 1. April hilft das Qualifizierungsgeld Unternehmen, ihre Fachkräfte durch Qualifizierung im Betrieb zu halten. Das Geld wird den Beschäftigten als Entgeltersatz während der Qualifizierung gezahlt. Profitieren sollen diejenigen, deren Arbeitsplätze durch den Wandel – in der Region oder der Branche – besonders stark bedroht sind. Voraussetzung ist, die Weiterbildung ermöglicht ihnen eine zukunftssichere Beschäftigung im gleichen Unternehmen.

Zu viele Jugendliche ohne Qualifikation

In Deutschland haben 1,6 Mio. Menschen zwischen 20 und 29 Jahren keine abgeschlossene Berufsausbildung. Deshalb will die Bundesregierung mit der Ausbildungsgarantie auch die Berufsorientierung verbessern, denn sie ist ein wichtiges Instrument, um junge Menschen in Ausbildung zu bringen. Die Agenturen für Arbeit und die Jobcenter sollen Schülerinnen und Schüler stärker bei der beruflichen Orientierung und der Aufnahme einer Berufsausbildung unterstützen.

Laut des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) ist der betriebliche Personalbedarf in Deutschland, gemessen an der Zahl der offenen Stellen, nach wie vor hoch: Im vierten Quartal 2023 gab es bundesweit knapp 1,73 Mio. offene Stellen. Davon waren 84 Prozent sofort zu besetzen. Dies stellt einen Höchststand seit dem Beginn der IAB-Stellenerhebung dar, einer regelmäßigen Betriebsbefragung des IAB, und zeigt die Dringlichkeit bei der Personalsuche in vielen Bereichen.

Um den künftigen Bedarf an Fachkräften zu decken und bereits bestehende Fachkräfte-Engpässe zu lindern, kommt der beruflichen Ausbildung somit eine zentrale Rolle zu. (bs)