Laut einer Studie der Uni Klagenfurt überwiegen für die Mitarbeitenden bei der digitalen Kommunikation noch die Nachteile. (Symbolbild)

Laut einer Studie der Uni Klagenfurt überwiegen für die Mitarbeitenden bei der digitalen Kommunikation noch die Nachteile. (Symbolbild)

Bild: © Rymden/AdobeStock

Die Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) hat eher einen nachteiligen Effekt auf Burnout, Work-Family-Balance und Arbeitszufriedenheit. Umso wichtiger sei es, dass Unternehmen der IKT-Nutzung ihrer Mitarbeiter*innen größere Aufmerksamkeit schenken. Dies ergab eine Studie von drei wissenschaftlichen Mitarbeiter*innen der Universität Klagenfurt.

Für die Studie haben sie drei Erhebungen durchgeführt: Vor Ausbruch der Covid-Pandemie wurden 230 Mitarbeiter*innen einer öffentlichen Universität in Österreich sowie 200 Angestellte eines österreichischen Medienunternehmens befragt. Die dritte Erhebung erfolgte mit einer breiteren Gruppe von 201 Befragten, die keinem bestimmten Unternehmen angehörten.

Mehr Ressourcen führen zu positiven Ergebnissen

"Der theoretische Hintergrund unserer Untersuchung ist das job demands-resources model, das beschreibt, wie sich verschiedene Aspekte aus dem Arbeitsumfeld positiv beziehungsweise negativ auf die Gesundheit und Arbeitsleistung von Mitarbeiter*innen auswirkt", erklärt eine der drei Studienautor*innen, Katharina Ninaus, Abteilung für Marketing und Internationales Management, Universität Klagenfurt.

Laut diesem Modell geht man davon aus, dass berufliche Ressourcen zu positiven Ergebnissen führen oder ungünstige Auswirkungen des Arbeitslebens verringern. "Unsere Ergebnisse zeigen aber, dass das im Kontext der Informations- und Kommunikationstechnologien nicht zutrifft", erklärt Sandra Diehl, Institut für Medien- und Kommunikationswissenschaft.

IKT haben Einfluss auf Burnout

Demnach würden Arbeitnehmer*innen zwar die IKT häufig als positive Ressource wahrnehmen. Diese Wahrnehmung führt aber laut den Erkenntnissen dieser Studie nicht unbedingt zu besserer Gesundheit und Arbeitszufriedenheit.

"Wir sehen in allen drei Erhebungen, dass hohe IKT-Anforderungen einen Einfluss auf die Entwicklung von Burnout haben", resümiert Ralf Terlutter, Abteilung für Marketing und Internationales Management.

IKT sind auch nützlicher geworden

Weiterhin zeigte sich, dass die IKT-Anforderungen eindeutig die Zufriedenheit des Einzelnen mit der Vereinbarkeit von Beruf und Familie beeinträchtigen. Bei der Erhebung, die während der Pandemie erfolgte, wurde offensichtlich, dass die IKT-Ressourcen nützlicher geworden sind, die nachteiligen Effekte aber weiter dominieren, heißt es.

"Wir lernen daraus, dass wir sowohl bei Arbeitgeber*innen als auch Arbeitnehmer*innen mehr Bewusstsein für die ungünstigen Auswirkungen der IKT auf die Gesundheit und das Wohlbefinden des Einzelnen brauchen und sensibel damit umgehen müssen", so Ninaus. Auch das Thema Burnout bräuchte einen höheren Stellenwert in Unternehmen und Gesellschaft.

Mehr Balance reduziert Burnout-Risiko

Zudem würden zuverlässige, sichere und einfach zu bedienende Programme und Geräte gegenüber ständigen Systemumstellungen und Innovationen bevorzugt. Zudem bräuchte es auch mehr Fortbildungsprogramme. Für die Verhinderung von Burnout und eine höhere Arbeitszufriedenheit sei vor allem die Balance zwischen Arbeit und Familie bedeutsam.

"Wenn es ein Gleichgewicht zwischen Familie und Arbeit gibt, reduziert sich das Burnout-Niveau", so Ninaus weiter. "Die private Zufriedenheit kann also die Belastungen durch die IKT-Anforderungen wettmachen." (jk)

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