Besonders im ländlichen Bereich sind Stadtwerke oft die einzigen, die sich um den Aufbau von Ladeinfrastruktur für Elektromobilität bemühen. Das ist zumeist für die Versorger auf absehbare Zeit ein Verlustgeschäft. Daher wundert sich der Verband kommunaler Unternehmen über das Bundeskartellamt: Die Wettbewerbsbehörde hatte jüngst vor einer „marktbeherrschenden Stellung“ der Stadtwerke bei Ladeinfrastruktur gewarnt.
„Wir begrüßen, dass das Bundeskartellamt in der derzeitigen Markthochlaufphase der Elektromobilität erkennt, dass regulatorische Eingriffe oder Durchleitungsregelungen die notwendige Entwicklung der Elektromobilität hemmen und verzögern würden“, erklärt VKU-Hauptgeschäftsführer Ingbert Liebing. „Aber: Von einer marktbeherrschenden Stellung von Stadtwerken, die im Bericht anklingt, kann keine Rede sein, insbesondere nicht im ländlichen Raum.“
Oft noch ein Verlustgeschäft
Im derzeitigen Umfeld seien kommunale Unternehmen oft die Einzigen, die einen umfassenden Aufbau der Infrastruktur leisten, so Liebing. Dies geschehe übrigens, ohne dass es sich schon wirtschaftlich rechnet. In der Regel sei die Ladesäule noch ein Verlustgeschäft – auch dies bestätigt das Bundeskartellamt.
„In den bisherigen Reaktionen auf den Sektorbericht wird das teilweise missverstanden“, glaubt Liebing. „Denn eigentlich bestätigt das Kartellamt die notwendige Pionierrolle der Kommunen und ihrer Unternehmen. Würde man die weiter beschränken, dauert es schlicht länger mit der Elektromobilität.“
Wettbewerb entsteht, wo Geld winkt
Funktionierender Wettbewerb hingegen entstehe dort, wo Geld verdient werden kann. Dazu komme es auf einen attraktiven Marktrahmen und angemessene Förderung an. Das kommunale Engagement und die dafür gegebenen Rahmenbedingungen stünden dem nicht entgegen, betont Liebing. (wa)



