Uniper SE und die niederländische Titan LNG wollen Flüssigerdgas (LNG) in der Industrie, als Treibstoff im Straßenverkehr und in der Schifffahrt fördern. Die Unternehmen unterzeichneten eine Absichtserklärung, in der sie vereinbarten, eine benutzerfreundliche technische Schnittstelle und kommerzielle Produkte für sogenannte Small-Scale-LNG-Kunden zu entwickeln. Bekanntlich will die japanische Reeder Mitsui O.S.K. Line (MOL) bis Mitte 2022 ein sogenanntes Floating Storage and Regasification Terminal (FSRU) in Betrieb nehmen.
In Wilhelmshaven soll so die Beladung von kleinen LNG-See- und Binnenschiffen erfolgen. Darüber hinaus sollen Lastwagen-Laderampen den Weitertransport von LNG auf der Straße ermöglichen. Insbesondere der Weitertransport auf der Straße wird von den Unternehmen als wichtiger Impuls für die Etablierung von LNG als Lastwagen-Kraftstoff gesehen. Als Treibstoff für die Schifffahrt erfüllt LNG bereits heute die verschärften Umweltauflagen.
Kurze Versorgungswege für Schiffs- und Straßenverkehr
Keith Martin, Vorstandsmitglied und Chief Commercial Officer der Uniper SE: "Die Vereinbarung mit einem im Small-Scale-LNG-Bereich erfahrenen und etablierten Marktteilnehmer wie Titan LNG ist ein weiterer wichtiger Schritt für das Projekt FSRU Wilhelmshaven." Titan LNG verfüge über großes Know-how bei der Entwicklung attraktiver Produkte für Kunden in diesem Segment. "Mit Wilhelmshaven bieten wir einen erstklassigen Standort für die Versorgung des Schifffahrt- und Straßenkraftstoffmarktes mit LNG." Niels den Nijs, Chief Executive Officer von Titan LNG: "Wir glauben, dass die kurzen Wege zu den Märkten dazu beitragen werden, LNG als Kraftstoff einen Schub zu geben." Wilhelmshaven, mit seiner Nähe zum Jade-Weser-Hafen, Bremerhaven und der Deutschen Bucht sei als Standort hervorragend geeignet, um LNG für alle nachgelagerten Einrichtungen zu liefern, erklärten die Konzerne.
LNG auf die Straße bringen
Den Weitertransport von LNG per Lastwagen aus Wilhelmshaven sehen beide Konzerne als wichtigen Impuls an, damit sich LNG als Lastwagen-Kraftstoff etabliert. Im Vergleich zu Diesel kann LNG die CO2-Emissionen reduzieren. Aus diesem Grund unterstützt die deutsche Bundesregierung Logistikunternehmen mit Fördermitteln und der gebührenfreien Nutzung deutscher Straßen für LNG-Lastwagen.
Der kostenlose Transit motiviert auch ausländische Unternehmen zu Investitionen. Derzeit rüstet der europaweit tätige, luxemburgische Logistiker Jost seine Lastwagen auf LNG um. Bis 2020 soll ein Drittel der 1400 Fahrzeuge starken Flotte umgerüstet werden. Dafür sollen Iveco-Stralis-Fahrzeuge sukzessive alte Dieselfahrzeuge ersetzen. Mit 1600 Kilometer Reichweite, Standard-Aufsattelhöhen und dieselidentischen Fahrleistungen lassen sich die Fahrzeuge leicht in den bestehenden Fuhrpark einfügen, heißt es seitens Iveco. (hol)



