Mobilitätsplattformen verbinden Angebote von der Bahnfahrkarte über Mietwagen bis zu Leihfahrrad und Leihroller.

Mobilitätsplattformen verbinden Angebote von der Bahnfahrkarte über Mietwagen bis zu Leihfahrrad und Leihroller.

Bild: © Jonas Jacobsson/unsplash

Beim Thema Mobilität billigen viele Menschen in Deutschland den Betrieben des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) auch in Zukunft eine Schlüsselrolle zu. Eine Umfrage des Instituts für Handelsforschung Köln (IFH) ergab, dass Verbraucher die Betreiber von Bus und Bahn am ehesten als Anbieter einer Mobilitätsplattform. Diese bündeln unter einem Dach Angebote von der Bahnfahrkarte über Mietwagen bis zum Leihfahrrad.

Gut jeder vierte Befragte (27 Prozent) nannte die ÖPNV-Betreiber als favorisierten Anbieter. Jeder fünfte Befragte traute am ehesten neuen Startups den Aufbau einer Mobilitätsplattform zu. Andere mögliche Betreiber - wie Kommunen, Mietwagenverleiher, Fahrzeugerhersteller oder etablierte Digitalkonzerne wie Google oder Uber - stießen auf deutlich weniger Rückhalt bei den Verbrauchern.

Lokales Geschäft

"Bei den Mobilitätsplattformen handelt es sich im Grunde um ein sehr lokales Geschäft. Der ÖPNV hat hier den Vorteil, dass er schon vor Ort präsent ist und bereits über eine Infrastruktur sowie langjährige Kundenbeziehungen verfügt", sagte der Verfasser der Studie, Ralf Deckers. Ein Beispiel für ein solches Angebot aus den Reihen des ÖPNV sei die von den Berliner Verkehrsbetrieben initiierte Jelbi-App, die Mobilitätsangebote vom ÖPNV über Mietwagen bis zu Leihrädern vereine.

Anders ist der Studie zufolge die Situation in den USA. Hier trauen die Verbraucher am ehesten etablierten Digitalkonzernen den Betrieb einer Mobilitätsplattform zu. 24 Prozent der Befragten in den USA sehen Google, Uber und Co. am ehesten als Plattformbetreiber. Die Betreiber des öffentlichen Personennahverkehrs rangieren hier nur auf Rang zwei, dicht gefolgt von den Mietwagenanbietern. "Hier macht sich wahrscheinlich auch die geringere Bedeutung des öffentlichen Nahverkehrs in den USA bemerkbar", sagte Deckers. (dpa/jk)

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