Bild: © ÖBB / Christina Olsacher

Weiß angestrichene Schienen werden nicht so heiß – daher sind die Gleise weniger anfällig für hitzebedingte Verwerfungen und Verformungen. Die Farbe kann die Temperaturen in der Schiene um fünf bis acht Grad Celsius verringern, haben Untersuchungen ergeben.

Test in Vorarlberg

Daher haben Mitarbeiter des österreichischen Bahnbetreibers ÖBB im Bundesland Vorarlberg gemeinsam mit Lehrlingen der Lehrwerkstätte Feldkirch ein Fahrzeug entwickelt, mit dem Schienen weiß eingefärbt werden können. Mit einem umgebauten Oberbauwagen, können mehrere Kilometer Schiene in nur wenigen Stunden lackiert werden. Bei der Entwicklung sei besonders auf Umweltaspekte geachtet worden; die Farbe gelange weder in den Untergrund noch aufs Gleisbett.

„Angesichts der immer heißer werdenden Sommer freuen wir uns über die Initiative unserer Mitarbeiter und Lehrlinge, die an diesem Projekt voller Engagement arbeiten. Wir erhoffen uns dadurch eine wirksame Maßnahme gegen die Auswirkungen des Klimawandels, um auch weiterhin pünktlich und sicher unterwegs zu sein“, so ÖBB-Infrastrukturvorstand Franz Bauer.

Erfahrungen in der Schweiz und in Italien

Mitte Juli wurden die Schienen auf einer über fünf Kilometer langen Teststrecke bei Bludenz weiß gefärbt. Nun werden erste Ergebnisse analysiert. Erfahrungen gebe es aber bereits in der Schweiz oder etwa in Italien, wo sich die Wirksamkeit der Farbe bei intensiver Sonneneinstrahlung bereits bestätigt habe.

Die ÖBB befinden sich aktuell in der Evaluierungsphase. Es wird untersucht, ob sich die Schienen in der Praxis tatsächlich weniger stark verformen. Bewährt sich diese Methode, würden weitere Streckenabschnitte mit der weißen Schiene geplant. (wa)

Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper