Die Höhe der Gasnetzentgelte in Deutschland variiert teils stark.

Die Höhe der Gasnetzentgelte in Deutschland variiert teils stark.

Bild: © Daniel Reinhardt/dpa

In einem Impulspapier nehmen die Fernleitungsnetzbetreiber (FNB) Gas Stellung zu den energie- und klimapolitischen Herausforderungen der kommenden Legislaturperiode. Im Mittelpunkt steht die Weiterentwicklung der Gas- bzw. Wasserstoffinfrastruktur. Einmal mehr erneuern die FNB Gas in dem Papier ihre Forderung nach einem ganzheitlichen Regulierungsrahmen für Wasserstoff- und Gasnetze. Die Bundesregierung soll sich nach dem Willen der FNB auf europäischer Ebene für die Einführung einer gemeinsamen Regulierung der Erdgas- und Wasserstoffinfrastruktur einsetzen, um den Hochlauf eines wettbewerblichen Wasserstoffmarktes zu ermöglichen. Es müsse nun darum gehen, zügig Sicherheit für Investitionen zu schaffen.

Das Papier geht auch ausführlich auf die von den FNB geforderte zeitliche Synchronisation der Netzentwicklungspläne Strom und Gas ein. Diese sei unabdingbar, damit Strom-Übertragungsnetzbetreiber und Gas-Fernleitungsnetzbetreiber ihre Planungsarbeiten abgestimmt durchführen können. Der Aufbau einer ökonomischen und bedarfsgerechten Gasinfrastruktur sei nur durch eine gemeinsame Erdgas- und Wasserstoffnetzplanung möglich. Da sich das Wasserstoffnetz zum überwiegenden Teil aus dem Erdgasnetz heraus entwickeln werde, sei es wichtig, für die Netzmodellierung und die Netzentwicklung Synergien und Effizienzen (auf Basis der etablierten Netzentwicklungsplanung Gas) zu nutzen.

Staatliche Förderung ist keine Dauerlösung

Die FNB Gas fordern zudem auf lange Sicht eine gemeinsame Finanzierung von Erdgas- und Wasserstoffnetzen. Staatliche Förderung könne keine Dauerlösung sein. Die für die Übergangsregulierung vorgesehene Trennung der Kosten und Entgelte der Erdgas- und Wasserstoffinfrastruktur schaffe nicht die nötige Investitionssicherheit für Netzbetreiber und Netzkunden, kritisieren die FNB.

Kritik äußert das Papier an der IPCEI-Förderung. Eine derartige, projektbezogene Investitionskostenförderung stelle keine ausreichende Basis dar, um eine zusammenhängende Infrastruktur aufzubauen. Die Abschreibungszeiträume seien sehr lang, dies führe gerade in der Phase des Hochlaufs zu erheblichen operativen Risiken. „Diese müssen durch eine entsprechende Netzentgeltregulierung bereits für die Übergangsphase adäquat adressiert werden, damit keine prohibitiv hohen Entgelte für die Netzkunden und keine investitionshemmenden Risiken auf Seiten der Netzbetreiber entstehen“, heißt es in dem Papier. (amo)

Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper