Das Smart Metering soll für frischen Wind im Submetering-Wettbewerb sorgen.

Das Smart Metering soll für frischen Wind im Submetering-Wettbewerb sorgen.

Bild: © emmi/AdobeStock

Nicht nur in der Energiewirtschaft, auch in der Wohnungswirtschaft sind die Zahlungsausfall- und Liquiditätsrisiken im Zuge von Gaskrise und Rekordinflation deutlich angestiegen. 80 Prozent der Mieter sorgen sich mittlerweile vor hohen Nebenkostennachzahlungen. Das ist ein deutlicher Anstieg im Vergleich zum Juni, dies zeigt eine repräsentative Umfrage von Yougov im Auftrag des Energiedienstleisters Ista.

61 Prozent der Mieter bereiten sich laut der Umfrage auf die hohen Nebenkostennachzahlungen vor und legen Geld für steigende Nebenkosten zurück oder planen, dies zu tun. Die 33 Prozent der Mieter, die angaben, bereits für höhere Nachzahlungen zu sparen, legten dafür allein im September im Schnitt rund 79 Euro monatlich zurück. Auf alle Mieterhaushalte in Deutschland hochgerechnet ergibt das eine zurückgelegte Gesamtsumme von mehr als einer halben Milliarde Euro.

Mehr als jeder Zweite (56 Prozent) wünscht sich angepasste Abschlagszahlungen. Lediglich jeder Fünfte (21 Prozent) zieht eine gebündelte Nachzahlung vor. Bereits knapp ein Drittel hat zudem vorbeugend höhere Abschlagszahlungen vereinbart – rund doppelt so viele wie im Mai (16 Prozent). „Ein enormer Hebel liegt im Verhalten der Verbraucher:innen – vom bewussten Heizen bis hin zum warmen Pulli“, sagt Ista-CEO Hagen Lessing.

Ista-CEO: "Alle haben den Ernst der Lage mittlerweile erkannt"

Bereits eine um ein Grad reduzierte Raumtemperatur könne schon sechs Prozent weniger Heizkosten bewirken. Das Land und die Branche stünden vor einer riesigen Bewährungsprobe, die sich bei jedem mittlerweile auch finanziell niederschlage. „Alle haben den Ernst der Lage mittlerweile erkannt. Mieter:innen sparen und zahlen bereits höhere Abschläge, Vermieter:innen treten in den Dialog, bieten Hilfestellungen und ergreifen technische Maßnahmen“, so Lensing weiter.

Auch die Vermieter sind laut der Umfrage alarmiert: Mehr als zwei Drittel (68 Prozent) sorgen sich, dass ihre Mieter die Nachzahlungen nicht begleichen können. Viele hätten bereits Maßnahmen ergriffen: Eine höhere Vorauszahlung vereinbart oder den Mietern empfohlen, Geld zurückzulegen und Energie zu sparen.

Auch Energiesparmaßnahmen in den Mietwohnungen seien umgesetzt worden – allerdings noch nicht mehrheitlich: So hätten Vermieter unter anderem die Warmwassertemperaturen angepasst und den Wasserdruck der Heizungsanlagen (je 23 Prozent), die Thermostatventile (19 Prozent) sowie die Rohrisolierungen (15 Prozent) geprüft. 15 Prozent der Vermieter steuerten Warmwasserzirkulationspumpen bereits via Zeitschaltuhr, zehn Prozent hätten den hydraulischen Abgleich, der nun gesetzlich vorgeschrieben ist, durchgeführt. (hoe)

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