Im kommenden Jahr sinkt die gesamte Umlagenbelastung auf den Strompreis auf 4,96 Cent je Kilowattstunde, im laufenden Jahr hatte der Wert noch bei 7,59 Cent pro Kilowattstunde gelegen. Für Stromkunden bedeutet das eine deutliche Entastung um 34,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr, heißt es in einer Pressemitteilung der Arbeitsgemeinschaft für sparsame Energie- und Wassergewinnung (Asew).
Den größten Anteil der Umlagen macht nach wie vor die EEG-Umlage aus. Diese sinkt im kommenden Jahr erstmals überdeutlich um 2,777 Cent auf 3,723 Cent je Kilowattstunde (minus 42,7 Prozent).
"Festsetzung der EEG-Umlage 2022 markiert wichtige Zäsur"
Dieser von der EEG-Umlage vorgegebene Trend zeige sich bei den übrigen Umlagen indes nicht, so die Asew weiter. Die Offshore-Netzumlage steigt 2022 um 6,1 Prozent auf 0,419 Cent je Kilowattstunde (2021: 0,395 Cent je Kilowattstunde). Die KWKG-Umlage steigt um rund 48,8 Prozent auf 0,378 Cent je Kilowattstunde (2021: 0,254). Die § 19 StromNEV-Umlage erhöht sich dagegen nur leicht auf 0,437 Cent je Kilowattstunde (2021: 0,432 Cent je Kilowattstunde; +1,2 Prozent). Die Abschaltbare Lasten-Umlage sinkt um zwei Drittel von 0,009 auf 0,003 Cent je Kilowattstunde.
„Die Festsetzung der EEG-Umlage 2022 markiert eine wichtige Zäsur: So deutlich gesunken wie in diesem Jahr ist die Umlage noch nie“, ordnet Daniela Wallikewitz, Geschäftsführerin der Asew, die Lage ein. Damit entwickle sich die Umlage exakt so wie in Prognosen vorausgesagt. Indes bedarf die Energiewende auch weiterhin staatlicher Lenkung, soll sie den Beitrag zum Klimaschutz leisten, den die Bundesregierung ihr zugewiesen habe.
„Auch in Zukunft bleiben die Umlagen und Aufschläge ein wesentlicher Posten des Strompreises - eine grundlegende Reform insbesondere des Erneuerbare-Energien-Gesetzes als Kernstück der Energiewende tut weiterhin Not!“
Viel Sorgfalt bei der Kund:innenkommunikation bleibt zentral
Dass aus der deutlichen Senkung der Umlagen indes sinkende Strompreise resultieren, sei aufgrund der Entwicklung an den Strombörsen nicht unbedingt wahrscheinlich. Da bei den Kund:innen jedoch eine Erwartungshaltung entstehen könnte, sollten Energieversorger hier viel Sorgfalt für die eigene Kund:innenkommunikation walten lassen, empfiehlt die Asew.
Nach wie vor sei es damit eine vordringliche Aufgabe, die eigenen Kunden über die komplexe Zusammensetzung ihres Strompreises zu informieren. Zusammen mit dem stetig steigenden CO2-Preis ergebe sich eine durchaus spürbare Belastung der Verbraucher bei den Energiepreisen. (hoe)



