Rund 70.000 Quadratmeter umfasst das Areal des ehemaligen Gaswerks in Augsburg-Oberhausen. Wo vor 100 Jahren durch die Verbrennung von Steinkohle Gas hergestellt wurde, sollen die Stadtwerke Augsburg (SWA) im Auftrag der Stadt ein neues Quartier entwickeln. Augsburg wolle die Nummer eins für die Kreativ- und die Start-up-Wirtschaft werden, sagte Nihat Anac, der Projektzuständige bei den Stadtwerken Augsburg in einem Artikel der "Immobilienzeitung". Rund 30 Mio. Euro haben die SWA bereits in die Sanierung investiert, insgesamt ist ein Budget von 130 Mio. Euro veranschlagt. Da die tatsächlichen Kosten deutlich darüber liegen werden, suchen die Stadtwerke nun einen Co-Investor, bestätigt die Pressestelle auf ZfK-Anfrage. Die SWA sind sowohl Eigentümer der Liegenschaft als auch Betreiber, Vermarkter und Vermieter.
Bei der Investorensuche wird das Unternehmen auf verschiedenen Kanälen aktiv werden. Ob Immobilienmessen über die regionale Wirtschaftsförderung oder gemeinsam mit dem Wirtschaftsreferat der Stadt. Beim Thema Start-ups wolle man mit Hochschulen zusammenarbeiten, außerdem seien Anzeigen in Fachzeitschriften sowie ein Ausbau des Online-Marketings geplant. Ein Großteil der auf dem Gaswerksgelände stehenden Gebäude steht unter Denkmalschutz, einen Teil haben die Stadtwerke bereits saniert. Die Mehrzahl davon wurde vom Kulturreferat der Stadt gemietet. Im Endausbau sollen zwischen 55.000 und 60.000 Quadratmeter vermietbare Fläche zur Verfügung stehen. Geplant sind unter anderem ein Neubau mit insgesamt bis zu 18.000 Quadratmetern Bruttogrundfläche und zwei weitere Gebäude mit bis zu 20.000 Quadratmetern Bruttogrundfläche. Auf die Architekten wartet keine leichte Aufgabe, die Immobilien müssen in zwei 40 und 53 Meter durchmessende runde Stahlgerüste eingepasst werden.
SWA kooperieren bereits mit Start-ups
Bis sich dort Jungunternehmen niederlassen, dürften noch ein paar Jahre vergehen. Die SWA erhoffen sich von den Ansiedlungen künftig auch Impulse für die Entwicklung neuer Dienstleistungen und Produkte im Bereich Energie und Mobilität. Bereits heute arbeitet das Unternehmen mit Start-ups zusammen, beispielsweise bei neuen Ticketing-Formen im ÖPNV. Künftig wolle man die im Gaswerk ansässigen Unternehmen bei der Entwicklung neuer Angebote einbinden, heißt es auf Anfrage. "Die enge Beziehung zu Start-ups und kreativen Unternehmen vor Ort ist für uns eine Chance", so ein Stadtwerke-Sprecher. (hoe)



