In Freibädern mit oft großen Wasserflächen können bei einer nur leichten Temperaturabsenkung bis zu 25 Prozent Energie eingespart werden (Symbolbild).

In Freibädern mit oft großen Wasserflächen können bei einer nur leichten Temperaturabsenkung bis zu 25 Prozent Energie eingespart werden (Symbolbild).

Bild: © Nuwanda/AdobeStock

Seit vielen Jahren wird immer wieder die prekäre Situation der Schwimmbäder hierzulande thematisiert. Die Bäderallianz Deutschland hat am Montag in Berlin das Positionspapier "Die Zukunft der deutschen Bäder" vorgestellt.

"Die Politik hat uns aufgefordert, die Zukunft der deutschen Bäderlandschaft und was für deren nachhaltigen Erhalt als Fundament der Bade- und Schwimmkultur notwendig ist aufzuzeigen", so der Sprecher des Zusammenschlusses der führenden Verbände und Institutionen des Badewesens und Schwimmens, Christian Kuhn.

Sanierungsstau und Personalmangel

Kuhn benannte während der Pressekonferenz der Deutschen Bäderallianz den hohen Sanierungs- und Modernisierungsbedarf sowie den Personalmangel als wesentliche Handlungsfelder für die etwa 6500 existierenden und öffentlich zugänglichen Bäder. Der Sanierungsstau habe bereits im Jahr 2016 rund 4,5 Milliarden Euro betragen. Zudem fehlten mindestens 2500 Fachangestellte für das Badewesen und Schwimmmeister.

Beide Problemfelder müssen in den kommenden Jahren angegangen werden, betont auch Michaela Röhrbein, Vorständin Sportentwicklung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB): "Schwimmbäder sind Teil der Daseinsfürsorge in Deutschland und eine notwendige Infrastruktur für den Sport."

Sowohl die Bäderallianz Deutschland als auch der DOSB fordern von den politisch Verantwortlichen:

  • die Auflösung des Sanierungsstaus und die Stärkung der interkommunalen Zusammenarbeit beim Bäderbetrieb und -erhalt, einschließlich Gewährleistung der Barrierefreiheit
  • eine verbesserte finanzielle Ausstattung der Bäder und damit eine bessere Wahrnehmung der kommunalen Daseinsvorsorge
  • gesetzliche Pflichtvorgaben zur personellen Ausstattung der Bäder mit Fachkräften sowie die verpflichtende Bereitstellung von Ausbildungsplätzen durch die Badbetreiber
  • eine angemessene Vergütung der Fachkräfte
  • verstärkte Bemühungen zur Anerkennung und Qualifizierung von Fachkräften aus dem Ausland
  • gute Erreichbarkeit der Bäder anhand regionaler Bedarfe
  • Hilfestellungen für die ausbildenden Personen zum Schwimmenlernen und auch zur Rettungsfähigkeit und Aufsicht
  • eine bundesweit einheitliche Definition von Qualitätsstandards zur Aufsicht und Rettungsfähigkeit
  • Unterstützung der aufsichtsführenden Personen beim Erwerb der Rettungsfähigkeit sowie
  • Unterstützung von sozial benachteiligten Familien (z.B. Übernahme von Eintritts- und Fahrtkosten). (dpa/hp)
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