230 Mio. Euro wollen die Berliner Stadtwerke bis 2023 in dezentrale und umweltfreundliche Versorgungskonzepte sowie die erneuerbare Energieversorgung investieren. Je ein Drittel davon sind für die Entwicklung neuer Windkraftprojekte und für Quartierskonzepte mit Mieterstomangeboten vorgesehen, 22 Prozent für Energieeffizienzmaßnahmen. Der übrige Teil wird für weitere Versorgungskonzepte im urbanen Raum verwendet, so Sprecher Stephan Natz gegenüber der ZfK.
Nach seinen Angaben sind die Berliner Stadtwerke mit einer installierten Photovoltaikleistung von über 2 Megawatt (MW) und rund 4000 angeschlossenen Privathaushalten Marktführer für Mieterstrom aus Solarstrom in der Bundeshauptstadt. Insgesamt schuf das kommunale Unternehmen bisher Kapazitäten von beinahe 21 MW Wind und rund 7 MW Solarstrom-Leistung. Die Erzeugungsmengen dieser Anlagen überstiegen rechnerisch die Absatzmengen, berichtet Natz mit Verweis auf den TÜV Rheinland.
Erschwerte Förderbedingungen für PV-Dachanlagen
Trotz des Auslaufens der Vergütung durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) rechnet er mit einem weiteren Marktzuwachs dieses Geschäftsfelds, auch aufgrund der Berliner Klimaschutzziele sowie der Ausbauziele der Bundesregierung für erneuerbaren Strom. Bereits heute sei es möglich, in einigen Sonderfällen erneuerbare Anlagen förderfrei zu errichten und zu betreiben, sagt Natz. Er verweist hierbei auf eine 750 kW starke Photovoltaikanlage auf der Justizvollzugsanstalt Moabit, die ohne EEG-Förderung realisiert wurde.
Allerdings erschwerten veränderte Förderbedingungen des Energiesammelgesetzes grundsätzlich den Zubau von Photovoltaikanlagen im Marktsegment zwischen 40 und 750 kW. Denn deren Realisierung sei technisch anspruchsvoller und teuer als Freiflächenanlagen, so Natz. Gute Marktchancen sieht er aufgrund der deutlichen Anstiege der Börsenstrompreise im vergangenen Jahr sowie dem leichten weiteren Preisrückgang für Solarmodule für Direktversorgungs-Modelle.
Einführung Regional-Label für Ökostrom angedacht
Auch Pacht- und Contracting-Konzepte in unterschiedlichen Ausprägungen würden kontinuierlich angepasst, um dem regulatorischen Rahmen zu entsprechen. Stark aktiv ist das kommunale Unternehmen auch bei Projekten zur Wärme- und Kälteversorgung zur Nachnutzung des Flughafens Tegel sowie bei der energetischen Sanierung einer Polizeiliegenschaft mit 36 Gebäuden in der Berliner Friesenstraße. Angedacht ist auch die Einführung des Regional-Labels für den Berliner Ökostrom. (hcn)
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Mehr Hintergrundinformationen und Brancheneinschätzungen zu den Geschäftsmodellen für Stadtwerke rund um erneuerbare Energien in der Post-EEG-Zeit finden Sie in der März-Ausgabe der ZfK.
