Der überaus trockene Sommer hat im vergangenen Jahr den Geschäftsverlauf der Berliner Wasserbetriebe maßgeblich beeinflusst. Der Umsatz stieg um 52,4 Mio. auf 1,15 Mrd. Euro. Der Jahresüberschuss kletterte von 135,1 Mio.auf 193,6 Mio. Euro, unterm Strich bleibt für das Land Berlin ein Bilanzgewinn von 111,7 Mio. Euro - das entspricht fast einer Verdopplung gegenüber 2017. Damals hatte das Unternehmen einen Gewinn von 59,5 Mio. Euro ausgewiesen.
Der Trinkwasserabsatz stieg aufgrund der warmen Witterung um knapp neun Prozent auf 222,8 Mio.cbm, die Abwasserreinigung hingegen ging um vier Prozent auf 252,1 Mio. cbm zurück. Die Investitionen in die Infrastruktur wurden um fast ein Drittel auf 346 Mio. Euro gesteigert. Allein für die Sanierung und Erneuerung des Rohr- und Kanalsystem wurden 185,1 Mio. Euro aufgewendet. Das Programm zur Ausrüstung aller sechs Berliner Klärwerke mit zusätzlichen Reinigungsstufen führte allein in diesem Bereich zu einem Anstieg der Investitionen um gut ein Drittel auf 93,5 Mio. Euro.
"Durchgängig stabile Versorgung im Rekordsommer"
So wurden in Waßmannsdorf der 50.000 cbm-Mischwasserspeicher fertiggestellt und zwei neue Beckenlinien sowie eine Anlage zur weitergehenden Phosphorentfernung betoniert."Der Rekordsommer 2018 hat unsere Systeme zwar herausgefordert, aber wir haben durchgängig eine stabile Versorgung der Hauptstadt gesichert", sagt Vorstandsvorsitzender Jörg Simon. "Das liegt auch an der guten Verfassung unserer Infrastruktur, die wir durch steigende Investitionen zukunftsfähig halten."
Drei-Säulen-Strategie
Die Strategie, mit der angesichts zunehmender Wetterextreme die Resilienz Berlins gestärkt werden solle, beruhe auf Säulen: Speicher – zum Beispiel der grabenlose Bau des Stauraumkanals im Mauerpark – innerhalb sowie außerhalb der Stadt und dezentrale Regenwasserbewirtschaftung, die die gemeinsam mit dem Land Berlin im Mai 2018 gegründete deutschlandweit erste Regenwasseragentur mit ihrer Arbeit vorantreibe.
"Möglichst grabenlose Bauverfahren, die Umrüstung unserer Fahrzeugflotte auf Elektroantrieb, das Aufstellen von bis dato rund 90 Trinkwasserbrunnen und die Wartung von 143 Zierbrunnen in sieben Bezirken sind sichtbare Beispiele für unsere Arbeit für eine lebenswerte Stadt", so Simon. "Darauf sind wir ebenso stolz wie auf das gute Betriebsergebnis."
Wirtschaftssenatorin Pop: "Kommunales Vorzeigeunternehmen"
Berlins Wirtschaftssenatorin Ramona Pop pflichtet dem bei. "Die Berliner Wasserbetriebe sind ein kommunales Vorzeigeunternehmen. Mit ihren Investitionen und Innovationen leisten sie wichtige Beiträge für eine lebenswerte Stadt Berlin", so Pop. All das stemmten die Wasserbetriebe aus eigener Kraft und bei weiter stabilen Tarifen.Erstmals ist auch die Beschäftigtenzahl der BWB wieder angesiegen und zwar um 46 auf 4.382.
Stadtwerke rüsten Bezirksbauten solar aus
Ein positives Fazit zogen die BWB auch mit Blick auf ihre Tochter, die Berliner Stadtwerke GmbH. Diese hat bisher rund 23 Mio. Euro in Anlagen zur Ökostrom-Erzeugung investiert und damit fast 30 MW Wind- und Solarleistung installiert. Für die Umsetzung des 2019 zu verabschiedenden Masterplans Solarcity wurden zu fast allen Bezirken Kontakte aufgebaut und bisher Verträge über PV-Anlagen auf öffentlichen Gebäuden im Umfang von 1,7 MW s abgeschlossen respektive weitgehend verhandelt.
Bau eines neuen Windparks beginnt im Herbst
Seit Jahresbeginn konnten Verträge über rund 2 MWp Solarstrom zur direkten Versorgung von Mietern abgeschlossen werden. Zudem sind die Pläne zum Bau eines Windparks auf einer Liegenschaft der Berliner Stadtgüter unweit von Bernau nach rund dreijähriger Projektentwicklung behördlich genehmigt worden, der Bau der neun Windräder mit einer Gesamtleistung von 30 MW beginnt im Herbst.(hoe)
