Die Vorstände Karsten Schneiker (li.) und Gunnar Geise (re.) präsentierten gute Bilanzzahlen.

Die Vorstände Karsten Schneiker (li.) und Gunnar Geise (re.) präsentierten gute Bilanzzahlen.

© SWB AG

Die SWB aus Bremen hat Gewinn und Umsatz im zurückliegenden Geschäftsjahr steigern können. Ein Grund dafür seien die "deutlich besseren Preise" an der Strombörse gewesen, teilte der Versorgungsdienstleister mit.

Das operative Ebit sei 2023 auf 126,7 Millionen (Mio.) Euro gestiegen, nach 113,9 Mio. Euro im Jahr davor. Die im Kohleblock 15 in Hastedt erzeugten Strommengen konnten demnach zu besseren Preisen an der Börse verkauft werden, heißt es zur Begründung.

Höhere Erlöse durch Erdgas und Wärme

Auch der Umsatz stieg im vergangenen Jahr leicht auf rund 1,82 Milliarden (Mrd.) Euro. 2022 erwirtschaftete die SWB noch rund 1,80 Mrd. Euro. Positiv ausgewirkt hätten sich hier vor allem höhere Erlöse aus der Erdgas- und Wärmevermarktung. Bedingt durch "moderate" marktbedingte Preissteigerungen.

Zudem konnte die SWB 2023 ein Jahresergebnis von 152,6 Mio. Euro erzielen. Im Jahr davor verbuchte das Unternehmen noch ein Minus von 64,2 Mio. Euro. Den starken Ergebnisanstieg führt es "hauptsächlich auf bilanzielle Sondereffekte wie die Stichtagsbewertung langfristig getätigter Energiehandelsgeschäfte" zurück. Der Effekt sei jedoch nur temporär.

Gas wird für Endkunden günstiger

Wie die SWB betont, mildere die langfristig angelegte Energiebeschaffung mögliche Preissprünge im Endkundenmarkt. "Die seit Oktober sinkenden Beschaffungskosten gleichen die Kosten aus der Hochpreisphase zunehmend wieder aus", sagte Finanzvorstand Gunnar Geise. Auch deshalb werde der Gaspreis zum 1. Juli um rund 1,2 Cent pro Kilowattstunde sinken. Der Strompreis soll gleich bleiben.

Auch die Investitionen sind im Jahresvergleich gestiegen: auf rund 200 Mio. nach 148,5 Mio. Euro im Jahr 2022, etwa in die Stromnetze. Und "der eingeschlagene Weg der hohen Investitionen wird weiter fortgesetzt", bekräftigte Technikvorstand Karsten Schneiker.

Elektrifizierung fordert Tribut

Sein Unternehmen reagiert damit auf den steigenden Strombedarf. Industrieunternehmen ersetzen zunehmend fossile Brennstoffe durch Strom, es fahren immer mehr E-Autos auf der Straße und auch der Anteil elektrisch erzeugter Wärme steigt. "Es sind Investitionen von mehr als zwei Milliarden Euro erforderlich, um als SWB bis 2035 klimaneutral zu werden", erklärten die beiden Vorstände, Geise und Schneiker.

Eine weitere Herausforderung: Die SWB möchte die Fernwärmeversorgung in Bremen und Bremerhaven im Schulterschluss mit den Kommunen deutlich ausbauen. Bestehende Fernwärmegebiete sollen verdichtet und neue erschlossen werden.

Der Dienstleister liefert in Bremen und der Region unter anderem Energie, Trinkwasser und Wärme. Darüber hinaus bietet er weitere Produkte wie Internet oder Quartierslösungen an. In diesem Jahr besteht die SWB seit 170 Jahren. (dz)

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