Für seinen freiwilligen Beitrag zum Klimaschutz ist der Braunschweiger Energieversorger BS Energy am gestrigen Dienstag (11. Dezember) in Stockholm mit dem CSR-Label für gesellschaftliche Verantwortung ausgezeichnet worden. Maßgeblich für die Jury-Entscheidung war dabei laut einer Pressemitteilung der Beschluss des Unternehmens, bis 2022 aus der Kohle auszusteigen. Bereits zum dritten Mal nach 2014 und 2016 gehörten die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) zu den Preisträgern. Damit wurde insbesondere das Engagement der BVG für die Integration von Geflüchteten gewürdigt, unter anderem das mit der Arbeitsagentur organisierte Programm "Geflüchtete in den Fahrdienst". Außerdem wurden Unternehmen aus Lissabon und Paris geehrt. Die hochrangige Auszeichnung wird alle zwei Jahre vom "Europäischen Verband der öffentlichen Arbeitgeber und Unternehmen" (CEEP) vergeben.
Jury hebt Übertragbarkeit der Strategie hervor
"BS Energy verfolgt eine äußerst ehrgeizige Dekarbonisierungsstrategie. Das Vorgehen bei der Umsetzung ist interessant, weil es innovativ und leicht übertragbar ist. BS Energy hat bewiesen, dass es seine gesellschaftliche Verantwortung ernst nimmt", heißt es in der Begründung der Jury. Beachtenswert seien auch die Anstrengungen des Unternehmens, die Diversität der Belegschaft zu fördern sowie das Engagement für lokale Projekte. Mit dem CSR-Label würdigt der CEEP öffentliche und teilöffentliche Unternehmen aus ganz Europa, die auf freiwilliger Basis wirtschaftliche, soziale und ökologische Belange in ihre Unternehmenstätigkeit integrieren.
"Als Unternehmen der Daseinsvorsorge gehört es zu unserer DNA, Verantwortung zu übernehmen", erklärte BS-Energy-Vorstand Paul Anfang, der die Auszeichnung in der schwedischen Hauptstadt entgegennahm. Das Unternehmen wolle auch beim Klimaschutz vorangehen und dazu beitragen, dass Deutschland die von der Bundesregierung gesteckten Klimaziele erreiche. "Nach 2022 wird es in Braunschweig keine Kohle-Verbrennung mehr geben", bekräftigte Anfang.
Fernwärme spielt zentrale Rolle in Braunschweig
Aktuell produziert BS Energy seine Fernwärme in einem Steinkohle-Heizkraftwerk am Standort Mitte. Mehr als 40 Prozent der Braunschweiger Haushalte sind an das Fernwärmenetz von BS Energy angeschlossen. Um diese Form der Wärmeproduktion zu ersetzen, prüft der Versorger verschiedene Varianten, die Kombinationen aus drei Erzeugungsoptionen darstellen: den Bau eines Biomasse-Heizkraftwerks mit dem Hauptbrennstoff Altholz, die Abwärmenutzung aus der Stahlproduktion der Salzgitter Flachstahl GmbH und den Bau eines Gasturbinen-Heizkraftwerks. Die Umsetzung jeder dieser Varianten ist gleichbedeutend mit einer CO2-Einsparung von mindestens 50 Prozent.
Entscheidung über künftige Erzeugungsvariante in Kürze
Die bestehenden Gas- und Dampfturbinenanlage an der Hamburger Straße soll aber weiterhin das Herzstück der bleiben. Die Entscheidung für eine drei künftigen Erzeugungsoptionen soll noch im laufenden Monat fallen. Das CSR-Label haben laut BS Energy bisher erst elf Mitglieder des VKU erhalten. Neben dem Gesamtengagement der Bewerber berücksichtigt die Jury dabei auch ausgewählte Best-Practice-Beispiele – im Fall von BS Energy die Umstellung der eigenen Strom- und Wärmeerzeugung auf kohlefreier Basis. Der CEEP ist der Dachverband für Arbeitgeber und Unternehmen, die Dienstleistungen von allgemeinem, wirtschaftlichen Interesse erbringen. Präsidentin des CEEP ist die Hauptgeschäftsführerin des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU), Katherina Reiche. Der CEEP ist einer von nur drei europäischen Sozialpartnern, die von der EU-Kommission anerkannt werden. (hoe)
