Die Hauptverwaltung des Regionalversorgers 
BS Energy in Braunschweig.

Die Hauptverwaltung des Regionalversorgers BS Energy in Braunschweig.

Bild: © BS Energy

Der Braunschweiger Regionalversorger BS Energy will ab 2035 kein CO2 mehr ausstoßen. Eine wichtige Rolle werde dabei die Nutzung und Erzeugung von grünem Wasserstoff  spielen, kündigte der Ende vergangenen Jahres ausgeschiedene, frühere Vorstandsvorsitzende Julien Mounier in einem Doppelinterview mit seinem Nachfolger und künftigen BS-Energy-Chef Jens-Uwe Freitag  mit der „Braunschweiger Zeitung“ an.

So könnte etwa die Gasturbine des geplanten, neuen Gasturbinen-Heizkraftwerks nach kleinen Anpassungen in naher Zukunft „mit einem großen Anteil an erneuerbarem Wasserstoff im Erdgas“ ohne Probleme Strom und Wärme produzieren. Neben einem Forschungsprojekt zum Thema Wasserstoff mit anderen Partnern am Kraftwerk Mehrum plane BS Energy im Rahmen eines Pilotprojektes in Braunschweig den Bau einer kleinen Anlage, um Wasserstoff zu produzieren.

Wärmepumpen, Power-to-Heat, Abwärme

Um das Ziel der Klimaneutralität zu erreichen, muss BS Energy laut dem künftigen Vorstandsvorsitzenden Jens-Uwe Freitag, aber auch noch den Bereich erneuerbare Energien ausbauen. „Hier ist das Unternehmen noch nicht so stark aufgestellt, hier möchte ich noch mehr Schwung rein bringen“, so Freitag. Man wolle den Ökostrom dabei möglichst in der Region erzeugen. Das gelte auch bei der Wärmeerzeugung. Hier kann sich Freitag vor allem die Nutzung von Wärmepumpen, Power-to-Heat und weiterer Abwärmepotenziale vorstellen. Bei letzterem Thema könnten auch mobile Wärmespeicher eine Option sein.

Freitag, der aktuell noch Geschäftsleiter bei der Bremer swb Erzeugung ist, wechselt Anfang April an die Spitze von BS Energy. Julien Mounier leitet seit Jahresbeginn die Stadtwerke Düsseldorf.

Ergebnisrückgang im Coronajahr

Trotz des vergangenen Corona-Jahres stehe das Unternehmen wirtschaftlich stabil da, versicherte Mounier. „Wir werden zwar ein paar Einbußen in diesem Jahr haben, aber die Ergebnisse sehen weiterhin gut aus.“ BS Energy hatte 2019 einen Jahresüberschuss von 23,1 Mio. Euro und einen Umsatz von rund 600 Mio. Euro erzielt. Die Zahlen für 2020 würden etwas darunter liegen. BS Energy gehört mehrheitlich dem französischen Veolia-Konzern. Weitere Gesellschafter sind die Stadt Braunschweig und die Thüga AG.

Der beschlossene Ausstieg des Regionalversorgers aus der Kohle in der Strom- und Wärmeproduktion verläuft laut Mounier bisher nach Plan. Bis Ende 2022 wolle man das im Bau befindliche Altholzkraftwerk und das neue Gasheizkraftwerk in Betrieb nehmen. (hoe)

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