DolWin kappa: Die Plattform ragt somit rund 53 Meter über die Wasseroberfläche der Nordsee heraus.

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Bild: © TenneT

In den kommenden zehn Jahren muss Tennet sowohl auf Land als auch auf See rund 160 Mrd. Euro investieren. In erster Linie muss dafür das Fremdkapital herhalten, aber auch das Eigenkapital der Netzgesellschaft, die vollständig dem niederländischen Staat gehört.

Als eine der Optionen für die Finanzierung des ehrgeizigen Investitionsprogramms stand zuletzt der Verkauf des Geschäfts von Tennet in Deutschland an die Bundesregierung im Raum. Mit der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), die im Auftrag des deutschen Staates gehandelt hatte, gab es keine Einigung.

Vollständiger Verkauf bleibt das Ziel

"Wir streben nach wie vor den vollständigen Verkauf von Tennet Deutschland an den deutschen Staat an", betonte eine Sprecherin des Übertragungsnetzbetreibers auf ZfK-Anfrage. Allerdings würden die Verhandlungen länger als geplant andauern. "Deshalb halten es das Finanzministerium und Tennet für sinnvoll, zum jetzigen Zeitpunkt parallel Alternativen zur strukturellen Deckung des Kapitalbedarfs von Tennet Deutschland zu erarbeiten."

Konkret wolle Tennet die "Inanspruchnahme des öffentlichen oder privaten Kapitalmarktes" prüfen, um den Eigenkapitalbedarf für das deutsche Geschäft zu decken. In "enger Zusammenarbeit mit dem niederländischen Staat als alleinigem Anteilseigner" bereite sich Tennet auf ein zügiges Vorgehen vor.

Drei Optionen

Zum weiteren Vorgehen zeigte der niederländische Staat drei Optionen auf, erläuterte die Tennet-Sprecherin weiter. Zum einen könne die Niederlande den Kapitalbedarf decken, ein Börsengang von Tennet Deutschland sei eine weitere Möglichkeit, und schließlich sei auch ein privater Verkauf von Tennet Deutschland möglich.

In der Zwischenzeit hat der niederländische Staat Tennet ein Gesellschafterdarlehen in Höhe von 25 Mrd. Euro zur Verfügung gestellt, das die Finanzierung der geplanten Investitionen in den Niederlanden und Deutschland für 2024/2025 sicherstellt. Die Umsetzung der Projekte in Deutschland sei damit keinesfalls gefährdet, sagte die Unternehmenssprecherin weiter. "Wir werden unser umfangreiches Investitionsprogramm in beiden Ländern weiterhin mit Hochdruck vorantreiben, um die dringend benötigten Übertragungskapazitäten sowohl onshore als auch offshore bereitzustellen", hieß es vonseiten Tennets.

Die Fremdkapitalbeschaffung ist für Tennet sicherlich kein Neuland. So habe Tennet beispielsweise kürzlich erst wieder mit einer grünen Hybridanleihe im Wert von 1,1 Mrd. Euro in zwei Tranchen erfolgreich den Hybridmarkt erschlossen. Das Unternehmen komme damit der Umsetzung seines umfangreichen Investitionsprogramms in beiden Ländern nach, "um die dringend benötigten Übertragungskapazitäten sowohl onshore als auch offshore bereitzustellen". (am)

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