Unternehmen in den ostdeutschen Bundesländern sind laut Creditreform in der Tendenz weniger ausfallgefährdet als Firmen in den westdeutschen Ländern.

Unternehmen in den ostdeutschen Bundesländern sind laut Creditreform in der Tendenz weniger ausfallgefährdet als Firmen in den westdeutschen Ländern.

Bild: © Pormezz/Adobestock

Die größte Herausforderung für das Forderungsmanagement von Energieversorgern bleibt aktuell die erwartete, bisher aber noch ausgebliebene Insolvenzwelle.

Unter Branchenexpert:innen herrscht Einigkeit, dass die Insolvenzen im kommenden Jahr zunehmen werden. Das geht aus einer Umfrage durch die Energieforen Leipzig und die Lowell Financial Services GmbH hervor.
 

Anzahl der Stundungen ist bisher sehr gering

Mit der befristeten Einführung eines Zahlungmoratoriums zu Beginn der Coronapandemie und der Aussetzung der Insolvenzantragspflicht habe sich grundsätzlich der Stellenwert des Forderungsmanagements in den Häusern erhöht und die Mitarbeiter hätten größere Wertschätzung für ihren Aufgabenbereich erfahren, heißt es weiter.

Die ursprünglich befürchteten Stundungen seien bis dato sehr gering ausgefallen. Die Energieversorger spürten und spüren einen Mehraufwand im Forderungsmanagement, könnten diesen aber weitestgehend durch altbewährte, funktionierende Prozesse abfangen. Daraus lasse sich ableiten, dass das Forderungsmanagement der befragten Unternehmen gut aufgestellt sowie in kürzester Zeit anpassungsfähig sei, schreiben die Energieforen Leipzig.

Mehraufwand durch intensivere Bonitätsprüfung

Während 2020 der Fokus der Mehraufwände vor allem auf dem Nachholen von ausgesetzten Sperrungen und Zählerablesungen lag, sind diese im laufenden Jahr auf die intensivere Bonitätsprüfung und die Insolvenzverfahren zurückzuführen.

Bei Betrachtung der Aufwände wird deutlich, dass mit Beginn der Pandemie ein genereller Anstieg des Aufwands im Forderungsmanagement zu erkennen ist, der aktuell noch anhält. 

Kontakt zu besonders gefährdeten Kundengruppen intensivieren

Experten, die 2020 befragt wurden, empfehlen außerdem die Einrichtung einer Krisenkommunikation sowie die aktive Suche nach Kontaktmöglichkeiten zu besonders gefährdeten Kundengruppen.

Dies hätte sich offensichtlich bewährt, denn beispielsweise herrsche nun ein besserer Austausch mit den Kunden, was wiederum dementsprechend die Chance biete, diese an das Unternehmen zu binden.

Neufassung der Strom- und Gasgrundversorgung bindet Kapazitäten

Das Forderungsmanagement müsse aber auch immer wieder auf neue Situationen angepasst werden. Beispielsweise trifft die Hälfte der befragten Unternehmen bereits Vorkehrungen, um auf mögliche Insolvenzen vorbereitet zu sein. Aktuell ist das Forderungsmanagement vielerorts mit der Umsetzung der neuen EnWG-Novelle sowie der Neufassung der Strom- und Gas-Grundversorgung beschäftigt. (hoe)

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