Aufgrund der Corona-Krise rechnen die Stadtwerke Konstanz für das laufende Jahr mit einem hohen Defizit. Das erklärte Geschäftsführer Norbert Reuter im Gespräch mit der Regionalzeitung "Südkurier". Es werde fünf bis sieben Jahre dauern, bis der Kommunalversorger die Schulden aus der Coronakrise wieder abgetragen habe. Die Eigenkapitalquote sinke von 31 auf 27 Prozent.
Reuter erwartet einen Umsatzeinbruch in 2020 von voraussichtlich rund 28 Mio. Euro. Der Gesamtumsatz der Stadtwerke Konstanz lag 2018 bei rund 182 Mio. Euro. Finanzielle Hilfe der Stadt werde man aber nicht benötigen, so Reuter. "Die Krise tut uns weh, aber wir schaffen das ohne Zuwendungen der Stadt."
Hohe Erlösrückgänge bei Schiffsbetrieben
Konkret rechnen die Stadtwerke mit einem Erlösrückgang von 3,9 Mio. Euro m Stadtbusverkehr und von 7,9 Mio. Euro im Fährbetrieb. Weitere Einbußen von 10,5 Mio. Euro werden bei der Bodensee-Schiffsbetrieben und rund 2,2 Mio. Euro im Bäderbetrieb prognostiziert. Im Energiebereich geht das Unternehmen von einem Rückgang in Höhe von rund 3,5 Mio. Euro aus (Vertrieb und Netz), wie ein Sprecher auf ZfK-Anfrage erläuterte. Der Energieservice sowie der Telekommunikationsbereich seien hingegen kaum betroffen.
Maßnahmen zur Ergebnisverbesserung
Aufgrund der deutlichen Erlösrückgänge wird auch ein Teil der Investitionen im Umfang von insgesamt 8,5 Mio. Euro auf 2021 verschoben. Man spare aber nicht auf Kosten "unserer Substanz", heißt es. Im Jahresausblick ergibt sich aus rund 28,5 Mio. Euro Erlösrückgang nach Kosteneinsparungsmaßnahmen eine Ergebnisveränderung um minus 19,5 Mio. Euro.
Die OKRs (Objective-Key-Results) des Unternehmens für das 3. Quartal 2020 zielten deshalb auf eine Ergebnisverbesserung um mindestens 8 Mio. Euro. "Wir gehen davon aus, dass diese auch realisiert werden kann, wenn keine neuen Einschränkungen in Folge der Pandemie erforderlich sind", sagte der Sprecher. (hoe)
