Der Corona-Virus hat auch für viele Stadtwerke einschneidende Auswirkungen. So gaben die Wuppertaler Stadtwerke (WSW) gestern bekannt, dass derzeit zehn Mitarbeiter beurlaubt sind. Einen bestätigten Fall gebe es allerdings nicht, versicherte WSW-Sprecher Holger Stephan auf ZfK-Anfrage. Mindestens einer der Betroffenen soll Kontakte nach Norditalien gehabt haben, auch ein Fahrer soll zu dem beurlaubten Personenkreis gehören.
Enercity: Keine persönliche Beratung mehr im Kundencenter
Auch der Regionalversorger Enercity ergreift Präventionsmaßnahmen. Das Kundenservice-Team wird ab dem morgigen Freitag (13. März) ausschließlich telefonisch und per E-Mail beraten. Persönliche Beratungsgespräche finden bis auf weiteres nicht statt. Im niederrheinischen Dinslaken bleiben der Empfang zur technischen und kaufmännischen Verwaltung und das Servicecenter für die Kunden bis auf Weiteres für den allgemeinen Publikumsverkehr geschlossen. Die Maßnahmen beziehen sich in erster Linie auf den persönlichen Kundenkontakt und dienen dem Schutz der Mitarbeiter. Grund ist der erste bestätigte Corona-Fall in der 70.000 Einwohnerstadt.
Schwimmbad in Dinslaken bleibt geschlossen
Die Vorsorgemaßnahmen gelten auch für das Zählerwesen. Zählerablesungen, Zählerwechsel und Sperrkassierungen werden auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. Telefonisch, elektronisch und postalisch sind die Stadtwerke-Mitarbeiter zu den gewohnten Zeiten erreichbar. Der Entstörungsdienst wird aufrechterhalten, hierfür wurde ein Schichtsystem entwickelt. Bis auf weiteres geschlossen bleibt auch das Schwimmbad "DINamare".
SW Goch schränken persönlichen Kundenverkehr ein
Bei den Stadtwerken im niederrheinischen Goch ist das Servicecenter ab sofort nur noch eingeschränkt nutzbar. Der persönliche Kundenverkehr ist bis auf weiteres nur im vorderen Bereich des Servicecenters möglich, die Personalstärke wurde entsprechend reduziert. Kunden werden gebeten diesen Beratungsbereich nur in dringenden Fällen aufzusuchen und alternativ per Telefon, E-Mail oder Brief die Stadtwerke zu kontaktieren.
Osnabrück: Vordere Bustüren bleiben geschlossen
Auch die Verkehrsgemeinschaft Osnabrück (VOS) verschärft die Corona-Schutzmaßnahmen: Ab dem morgigen Freitag (13. März) wird der Fahrscheinverkauf in den Bussen ausgesetzt. Zudem bleibt die vordere Tür der Busse bis auf Weiteres geschlossen. "Mit diesen Maßnahmen wollen wir das Risiko einer Übertragung des Coronavirus sowohl für die Fahrerinnen und Fahrer als auch für unsere Fahrgäste minimieren", betont der Vorsitzende der VOS-Gesellschafterversammlung, Stadtwerke-Mobilitätsvorstand Stephan Rolfes. Der Fahrerbereich wird abgesperrt und mit Hinweisschildern gekennzeichnet. Der Ein- und Ausstieg ist lediglich über die hinteren Türen möglich. Die VOS schließt sich damit den Schutzmaßnahmen an, die auch andere Verkehrsverbünde im Bundesgebiet ergreifen und vom Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) empfohlen werden.
Verstärkte Reinigung von Bussen und Trambahnen
Die Stadtwerke Osnabrück haben zum Schutz der Mitarbeiter sowie der Kunden bauliche Veränderungen im Mobilitätszentrum vorgenommen. Bereits in der vergangenen Woche wurden die Reinigungs- und Hygienemaßnahmen in den Bussen verstärkt. So werden die Fahrzeuge täglich desinfiziert, für die Fahrer wurden die Hygienemaßnahmen hochgefahren. Auch die Stadtwerke Augsburg setzen laut Lokalmedien auf die verstärkte Reinigung von Bussen und Trambahnen. In den Bussen der Stadtwerke Baden-Baden wird bis auf Weiteres die erste Sitzreihe hinter dem Fahrer freigehalten.
ÜSTRA: Alle Bustüren öffnen automatisch
Auch bei der ÜSTRA in Hannover und bei regiobus ist der Ein- und Ausstieg aus den Bussen nur noch durch die hinteren Türen möglich. Zudem wird die erste Sitzreihe in den Fahrzeugen abgesperrt. In diesem Zuge wird der Fahrscheinverkauf beim Fahrpersonal ebenfalls eingestellt. Als Alternative können Fahrscheine an den Fahrkartenautomaten, den allgemeinen Service- und Verkaufsstellen oder online über die GVH App gekauft werden. Zudem werden an allen Stationen und Haltestellen die Türen automatisch geöffnet, um unnötigen Kontakt mit den Türtastern zu vermeiden.
In Freising läuft wieder der Normalbetrieb
Erst in der vergangenen Woche war die Kundenverkehr bei den Freisinger Stadtwerken rein vorsorglich für mehrer Tage ausgesetzt, vergangenen Freitag war der Kommunalversorger in den Normalbetrieb zurückgekehrt. Der Hintergrund der Maßnahmen: Die Kontaktpersonen von Mitarbeitern der Freisinger Stadtwerke, die durch das Coronavirus infiziert wurden, mussten geprüft werden. Bei diesen Kontaktpersonen wurde keine Infektion festgestellt, sie befinden sich aber teilweise auf Anweisung des Gesundheitsamts noch in einer häuslichen Quarantäne. (hoe)


