Im Rahmen einer Studie hat das DIW Berlin einen Weg zu stabilen und günstigeren Strompreisen für Privathaushalte und Unternehmen aufgezeigt. Der Lösungsansatz heißt "Erneuerbare-Energien-Pool" – er reduziert nach Angaben des Instituts die Volatilität, stärkt Anreize zur flexiblen Stromnachfrage und erleichtert zudem die Finanzierung von Wind- und Solarprojekten.
"Das Poolkonzept lässt Stromkund*innen finanziell von der Energiewende profitieren", so Studienautor Leon Stolle von der DIW-Abteilung Klimapoliik. "Zugleich verbessern sich die Finanzierungsbedingungen für neue Windkraft- und Solarprojekte – sie werden günstiger und können verlässlicher umgesetzt werden."
Dreiteiliges Konzept
Das Konzept des Poolings besteht aus drei Elementen, teilte das DIW weiter mit. Zunächst schließen Produzenten erneuerbarer Energien langfristige Verträge mit einer staatlichen Agentur. Diese garantiert ihnen einen festen Abnahmepreis für den erzeugten Strom. Fällt der Marktpreis unter den vereinbarten Preis, bekommt der Anlagenbetreiber die Differenz erstattet. Liegt der Marktpreis über dem Vertragspreis, zahlt der Betreiber der Erneuerbarenanlage die überschüssigen Erlöse an die staatliche Agentur zurück.
Die so geschlossenen Verträge würden dabei gebündelt (englisch "Pooling"). Das Pooling erneuerbarer Projekte verschiedener Technologien, unterschiedlicher Standorte und Zeitpunkte der Inbetriebnahme diversifiziert die erneuerbare Stromproduktion und sichert die Kosten der Stromkund*innen weiter ab, so die Erwartung der DIW-Experten.
In einem dritten und entscheidenden Schritt werden die Vertragskonditionen an die Stromkund*innen in privaten Haushalten und der Wirtschaft übertragen, damit auch sie von hohen und stark volatilen Strompreisen verschont bleiben. Mit dem angepeilten Erneuerbarenausbau in Deutschland dürfte das Volumen der Verträge im Pool stetig steigen und damit die Preise sinken. "Wenn die Vorteile der erneuerbaren Energien auch bei den Konsument*innen ankommen, wird die politische Unterstützung für die Energiewende gestärkt", resümiert ein weiterer Studienautor, Mats Kröger. (am)
