Als Tagesordnungspunkt 11, der bis zu diesem Freitag dauernden Sitzung des Dresdner Stadtrates, steht die Entscheidung über den Rückkauf des 10-Prozent-Pakets, das derzeit noch von der Thüga an der Dresdner Stadtwerke GmbH (Drewag) gehalten wird. Nach einem Bericht der "Dresdner Neueste Nachrichten" deutet alles darauf hin, dass die Drewag wieder zu 100 Prozent kommunal wird, die restlichen 90 Prozent hält die Stadt bereits. Der Finanzausschuss habe bereits grünes Licht gegeben. Trotz Unstimmigkeiten im Stadtrat sei gar ein einstimmiger Beschluss möglich, heißt es in dem Zeitungsbericht. Die Stadt Dresden kann noch bis Ende Juni eine Rückkaufoption zum 1. Januar 2020 ziehen.
Der Wert des Thüga-Pakets wird derzeit in einem Gutachten ermittelt. Dabei müsse der Jahresabschluss für 2019 in die Bewertung einbezogen werden, da der Ertragswert des Versorgers die Grundlage für den Preis ist, bestätigte eine Drewag-Sprecherin der ZfK. Die verbindliche Wertermittlung könne somit erst 2020 abgeschlossen sein. Laut den "Dresdner Neueste Nachrichten" haben aber Stadt und Thüga bereits im Januar eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft mit einem Bewertungsgutachten beauftragt, um eine Diskussionsgrundlage für den Rückkauf zu haben.
Teil-Rekommunalisierung 2013 vollzogen
Bereits 2009 hatte die Stadt Dresden den Rückkauf von Drewag-Anteilen in Höhe von 35 Prozent von der EnBW beschlossen, die Teil-Rekommunalisierung wurde dann 2013 vollzogen. Seitdem hält die Landeshauptstadt über eine Beteiligungsgesellschaft 90 Prozent an der Drewag. Das Unternehmen generierte im Geschäftsjahr 2017 einen Umsatz von rund 1,15 Mrd. Euro, bei einem Stromabsatz von 3845 GWh und einem Gasabsatz von 7768 GWh. Ende 2017 beschäftigte die Drewag rund 1420 Mitarbeiter. (hil)
