Marcus Wittig ist Vorsitzender der Geschäftsführung der Duisburger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft.

Marcus Wittig ist Vorsitzender der Geschäftsführung der Duisburger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft.

Bild: © DVV

Klimawandel, Big Data, Smart City, digitale Kundenschnittstelle – rund 20 Themen, die für ihre Zukunft wichtig sind, hat die Duisburger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft (DVV) im Rahmen ihres Zukunftsprogramms „DVVision“ identifiziert und sich dazu entsprechend positioniert. Das Programm habe vor allem die Art und Weise der Zusammenarbeit in dem kommunalen Konzern mit seinen über 3000 Mitarbeitern stark verändert, sagt Marcus-Wittig, der Vorsitzende der DVV-Geschäftsführung, im Gespräch mit unserer Zeitung.

„Wir haben gemerkt, welchen immensen Vorteil es hat, wenn wir Meinungen und Expertisen aus verschiedenen Branchen zusammenbringen.“ Dafür habe man insbesondere auch das Wissen aller Mitarbeiter zusammengetragen und einen Plan für die Zukunft aufgestellt. Ziel von „DVVision“ sei es, das Unternehmen zu einer vorausschauenden Organisation zu entwickeln, um neue Herausforderungen frühzeitig zu erkennen und sich entsprechend darauf einzustellen.

Wir binden die Belegschaft intensiv ein.

Nach dem erfolgreichen Abschluss der Restrukturierung im Jahr 2018 wurde das Zukunftsprogramm gestartet mit dem Ziel, die DVV fit für die Zukunft zu machen. „Wir wussten genau, wo wir hinwollen, welche neuen Geschäftsfelder für uns interessant sind und welche Chancen die Digitalisierung bietet. Das Ziel war klar, allerdings war der Weg dahin nicht vorgezeichnet.“ Man habe gewusst, was man will, aber nicht genau wie man dahinkommt. „Denn damit stellen sich andere Anforderungen an die Struktur des Unternehmens.“

Das Programm ist auf mindestens fünf Jahre ausgelegt. „Wir nehmen die Belegschaft mit und binden sie intensiv ein, wir setzen dabei auf völlige Transparenz und breite Information. Alle haben die Gelegenheit, sich offen zu äußern und damit auch eigene Themen in den Prozess einzubringen.“ Man habe dabei  gelernt, die Themen abteilungsübergreifend anzugehen, um das Silo-Denken immer mehr zu überwinden. Auch während der Lockdown-Phasen habe man hier bewusst nicht pausiert.

Wir werden künftig alle Produkte aus einer Hand anbieten.

Eine wichtige Errungenschaft von DVVision sei auch, dass es den Konzern in die Lage versetzt habe, wichtige strategische Themen und die damit verbundenen Projekte strategisch noch besser anzugehen. „Wir hatten hier zuvor viele lose Enden, die wir jetzt in einer neu aufgebauten Unternehmensentwicklung zusammenführen. Sie wird den eingeschlagenen Weg weiterführen, unsere Ausrichtung immer wieder reflektieren und Trends oder Marktveränderungen beobachten, damit wir uns frühzeitig auf neue Situationen einstellen können.“ Um das zu gewährleisten, habe man neue Strukturen etabliert, die auch an dieser Stelle auf eine interdisziplinäre und bereichsübergreifende Zusammenarbeit setzten.

Im Mittelpunkt aller Bemühungen stehe zweifelsfrei der Kunde, so Wittig. „Wir stellen uns in vielen Bereichen gerade deshalb neu auf, um unsere Produkte und Leistungen besser und schneller zu machen. So werden wir zum Beispiel künftig alle Produkte aus einer Hand anbieten.“ Ganz gleich, wie viele Gesellschaften und Produkte unter dem Dach der Stadtwerke Duisburg bestünden, künftig gebe es nur einen vertrieblichen Marktaufschlag. „Wir werden verschiedene Produkte bündeln und gemeinsam neue Produkte entwickeln.“ Damit dieser Lösungsvertrieb möglich sei, mussten Strukturen und Prozesse geändert werden und das Zusammenspiel verschiedener Einheiten neu organisiert werden. 

Wir sorgen dafür, dass die richtigen Leute auf den richtigen Positionen sitzen.

Die Neuorganisation der Fachbereiche verlaufe dabei nach einem strukturierten Muster: „Zunächst analysieren wir schonungslos die aktuelle Situation aus einem internen und externen Blickwinkel. Denn ganz entscheidend für den Erfolg des Prozesses ist: Alle Beteiligten müssen sich einig sein, dass eine Veränderung dringend notwendig ist.“ Dann gestalte man gemeinsam das Zukunftsbild und lege die neue Struktur anhand des definierten Aufgabenspektrums fest, bevor man schließlich dafür sorge, dass die richtigen Leute auf den richtigen Positionen sitzen.

„Dabei unterstützt unsere Personalabteilung, die wir ebenfalls neu darauf ausgerichtet haben, dass wir im Wettbewerb um Fachkräfte bestehen können und die Anforderungen bei der Suche und Auswahl passgenau bedient werden.“

Wir übernehmen in dem Wandel zum digitalen Infrastrukturdienstleister eine Hauptrolle auf dem Weg zur Smart City.

Eine zentrale Rolle spielt dabei die Digitalisierung und damit auch der IT-Bereich. Im DVV-Konzern im Speziellen müsse die IT die Fachbereiche bei der Digitalisierung und bei der Entwicklung neuer Produkte unterstützen. Gleichzeitig wolle sie aber auch selbst die Chancen der Digitalisierung nutzen und eigene, neue Produkte hervorbringen. „Wir übernehmen in dem Wandel zum digitalen Infrastrukturdienstleister eine Hauptrolle auf dem Weg zur Smart City, wir bauen Rechenzentren und Glasfasernetze, sind selbst Provider und bieten entsprechende Produkte und Services an“.

Diese ganzen Anforderungen müsse die IT unter einen Hut bringen. Das schaffe sie nur, wenn sie gut strukturiert und organisiert arbeiten könne. „Daher ist die IT ebenfalls einer der Fachbereiche, die bei DVVision und auf dem Weg zur vorausschauenden Organisation besonders im Fokus stehen.“ (hoe)

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