Die Duisburger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft (DVV) hat im Geschäftsjahr 2019 ihre Umsatzerlöse gegenüber dem Vorjahr um 155,4 Mio. Euro gesteigert. Der Gesamtumsatz beträgt 1,5 Mrd. Euro, wie sie am Montag in ihrer Jahresbilanz bekannt gab. Obwohl der Konzern und seine Tochtergesellschaften weiterhin stabil aufgestellt sind, die Restrukturierungsmaßnahmen der beiden RePower-Programme der vergangenen Jahre die nachhaltige Wirkung zeigen, trübt die Pandemie die Aussicht, wie die DVV mitteilt.
Schon zur Mitte des laufenden Geschäftsjahres 2020 ist erkennbar, dass sich die Corona-Pandemie auch in den Geschäftsfeldern des DVV-Konzerns erheblich auswirken wird. Marcus Wittig, Vorsitzender der Geschäftsführung der DVV und Vorstandsvorsitzender der Stadtwerke Duisburg, sagt dazu: "Wir verzeichnen drastische Einbrüche bei den Ticketerlösen im ÖPNV. In den anderen Geschäftsfeldern lassen sich die Auswirkungen zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht beziffern, zum Teil sind sie auch von der wirtschaftlichen Lage unserer Kunden abhängig. Klar ist aber schon jetzt, dass 2020 ein schwieriges Jahr für uns alle sein wird."
Anpassung des KWK-Gesetzes wirkt sich nachteilig aus
Parallel haben die Stadtwerke die Weichen für eine zentrale Investition in die Zukunft gestellt. Am Standort Hochfeld auf dem Gelände des ehemaligen Steinkohle-Heizkraftwerkes I werden sieben zusätzliche Module moderner und klimafreundlicher Blockheizkraftwerke mit effizienter Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) errichtet.
Aber für die Stadtwerke Duisburg bedeutete allein die Anpassung des KWK-Gesetzes durch die Bundesregierung im Dezember 2018 finanzielle Einbußen im hohen einstelligen Millionenbereich. "Diese Technologie ist aber für die Energiewende vor Ort von entscheidender Bedeutung. Der Gesetzgeber muss hier verlässlicher agieren, um die Ziele der Energiewende nicht zu gefährden", betont Wittig.
Netze steigern Jahresgewinn
Dafür wiederum lief es für die Stadtwerketochter Netze Duisburg gut. Im vergangenen Jahr hat sie rund 30 Millionen Euro in Erhalt und Neubau der Versorgungsnetze investiert. Im Jahr 2019 erzielte die Netze Duisburg Umsatzerlöse in Höhe von 242,5 Millionen Euro und einen Jahresgewinn von 29,8 Millionen Euro. Im Vorjahr waren es noch 23,9 Millionen Euro Jahresgewinn.
Negativ wirken sich wiederum der Kohleausstieg und die Veränderungen im Energiemarkt aus: Der Buchwert an der KSBG Kommunalen Beteiligungsgesellschaft GmbH & Co.KG musste deshalb angepasst werden. Deutlich gestiegene Preise für CO2-Emissionszertifikate und zugleich ein sinkender Gaspreis hatten 2019 einen deutlichen Rückgang der Stromgewinnung aus Steinkohle zur Folge. Dies führt zu einer außerplanmäßigen Abschreibung in Höhe von rund 14 Millionen Euro.(gun)
