Der künstlerisch gestaltete Schornstein des Heizkraftwerks von Eins Energie ist ein  Wahrzeichen von Chemnitz. Auf dem Gelände des HKW könnte künftig ein Müllkraftwerk entstehen.

Der künstlerisch gestaltete Schornstein des Heizkraftwerks von Eins Energie ist ein Wahrzeichen von Chemnitz. Auf dem Gelände des HKW könnte künftig ein Müllkraftwerk entstehen.

Bild: © Eins Energie

Der Rauch aus Sachsens höchstem Bauwerk - dem Schornstein des Chemnitzer Heizkraftwerks Nord - wird sauberer. Der Energieversorger Eins Energie baut dort nach eigenen Angaben eine neue Technologie zur Reinigung des Rauchgases ein. Damit werde der Ausstoß von giftigem Quecksilber von 19 auf zehn Mikrogramm pro Kubikmeter gesenkt, sagte Geschäftsführer Roland Warner am Montag vor Journalisten.

Man wolle und werde dadurch die ab 1. Januar 2019 geltenden verschärften Grenzwerte einhalten. "Das ist für uns eine Investition in die Zukunft, damit wir die sichere Nutzung der Braunkohle sicherstellen können", betonte Warner. Mit einer Investition von fünf Mio. Euro sei dies relativ kostengünstig.

Ein Leuchtturmprojekt in Europa

Nach Angaben des amerikanischen Herstellers Gore wird die Technologie erstmals in einem Kraftwerk in Europa eingebaut. Es gebe lediglich eine Pilotanlage in Schkopau (Sachsen-Anhalt) sowie drei in Polen und eine in Tschechien. In den USA seien acht Kraftwerke mit so einer Installation ausgerüstet. "Wir schreiben Technikgeschichte in Europa", meinte Anwendungsingenieur Stefan Rämisch.

Für die abschließende Reinigung wird der Rauch demnächst durch 272 kistenförmige Module mit speziellen Membranen geleitet und das Quecksilber darin abgespeichert. Jede der Kisten kann laut Hersteller ein Kilogramm des Metalls in oxidierter Form aufnehmen. Daneben wird auch Schwefeldioxid abgeschieden. Laut Warner werden im Heizkraftwerk pro Jahr eine Mio. Tonnen Braunkohle für Strom und Wärme verbrannt, aus denen 20 Kilogramm Quecksilber übrig bleiben.

Betrieb startet noch diese Woche

Der Energieversorger Eins hatte bereits vor einem Jahr angekündigt, ab 2029 komplett aus der Braunkohleverbrennung auszusteigen. Die neue Technologie hat den Angaben zufolge eine Lebensdauer von zehn Jahren. "Wir versprechen uns von der Technik, dass wir bis 2029 hinreichen", sagte Warner. Block B des Kraftwerkes soll schon 2023 abgeschaltet werden. Seit 2. August laufen die Arbeiten am 24. August soll der erste von zwei Blöcken wieder in Betrieb genommen werden. (dpa/ls)

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