Roland Warner war unter anderem Geschäftsführer der Stadtwerke Kaiserslautern und Lindau. Seit 2015 steht er an der Spitze des großen sächsischen Regionalversorgers Eins Energie mit Sitz in Chemnitz. Das Unternehmen versorgt über 400000 Kunden mit Strom und Gas.

Roland Warner war unter anderem Geschäftsführer der Stadtwerke Kaiserslautern und Lindau. Seit 2015 steht er an der Spitze des großen sächsischen Regionalversorgers Eins Energie mit Sitz in Chemnitz. Das Unternehmen versorgt über 400000 Kunden mit Strom und Gas.

Bild: © Eins Energie

In Kürze wird der Regionalversorger Eins Energie in Sachsen zwei moderne Gasmotoren-Heizkraftwerke mit einer Gesamtleistung von rund 150 MW in Betrieb nehmen. Gleichzeitig soll perspektivisch der regenerativ erzeugte Anteil der Fernwärme gesteigert werden.

„Deshalb haben wir das Thema Holz-Hackschnitzel-Kraftwerk wieder aus der Schublade geholt und eine Ausschreibung am Markt platziert“, kündigt der Vorsitzende der Eins-Geschäftsführung, Roland Warner, im Gespräch mit der ZfK an. Bis 2045 will das Unternehmen klimaneutral sein.

Gesucht wird ein Investor, der das Holzhackschnitzelkraftwerk baut und betreibt. Eins Energie würde die dort erzeugte Wärme dann in ihr Netz einspeisen. Geplant ist ein Kraftwerk mit einer Leistung von 5 MW elektrisch und 15 MW thermisch.

Auch eine Müllverbrennungsanlage soll gebaut werden

„Es gibt interessierte Investoren. Wir haben von einigen entsprechende Signale erhalten“, versichert Warner. Im Sommer 2021 hatte das Unternehmen noch mangels Wirtschaftlichkeit das Projekt auf Eis gelegt. Zusätzlich will Eins Energie bis 2030 eine Müllverbrennungsanlage bauen und die dort erzeugte Wärme dann ebenfalls für die Fernwärme-Versorgung nutzen.

Im Interview äußert sich Roland Warner auch zum Thema Gasnetzrückbau und zur Refinanzierung der Investitionen in die Gasnetze, die vor 2022 getätigt wurden. „Wir haben unsere Investitionen in die Gasnetzerweiterung gestoppt. Wir erweitern unser Gasnetz nicht mehr. Grundsätzlich glaube ich aber an das Gasnetz, nicht im  Sinne von Methan, sondern im Sinne von Gas“, bekräftigt Warner.

"Gasnetze auch weiter in einem Wasserstoffzeitalter nutzen"

Er sei dafür, dass man den Wasserstoff in die Gasnetze einspeisen und „nicht den volkswirtschaftlichen Unsinn begehe, parallel zum Gasnetz ein Wasserstoffnetz aufzubauen. „Wenn wir das gemeinsam machen, müssen wir berücksichtigen, dass die jetzigen Erdgasnetze einen buchhalterischen Restbuchwert haben. Es gibt steuerrechtliche, aber auch im Sinne der Netzentgelte kalkulatorische Laufzeiten/Abschreibungszeiten und das Ganze muss natürlich zueinander passen“, führt er aus.

Eins Energie müsse schauen, dass es durch die noch verbleibenden Abschreibungszeiten keine finanziellen Verluste mache, die die Investitionsfähigkeit beeinträchtigen würden. „Darüber muss man reden, wie man das macht. Wir als Eins kämpfen dafür, dass wir die jetzigen Gasnetze auch weiter in einem Wasserstoffzeitalter nutzen“. (hoe)

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Mehr zum geplanten Umbau der Fernwärmeversorgung von Eins Energie in Chemnitz lesen Sie in der Dezemberausgabe der ZfK, die am 5. Dezember erschienen ist. Zum Abo geht es hier.

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