Die MVV steht zum Kohleausstiegsgesetz, hält jedoch die Härtefallregelung für junge Steinkohlekraftwerke für entscheidend.

Die MVV steht zum Kohleausstiegsgesetz, hält jedoch die Härtefallregelung für junge Steinkohlekraftwerke für entscheidend.

Bild: © MVV Energie

Die Energieversorger EnBW und Rheinenergie verkaufen ihre Anteile an der Mannheimer MVV in Höhe von 45,1 Prozent an Fonds des internationalen Vermögensverwalters First State Investments. Die Anbahnung der Transaktion sei mit der MVV und der Stadt Mannheim als deren Mehrheitsaktionärin abgestimmt worden, teilten die Unternehmen und die Stadt mit. Der Verkauf müsse aber noch von den zuständigen Aufsichts- und Kartellbehörden genehmigt werden.

Die Stadt Mannheim hält mit 50,1 Prozent weiterhin die Mehrheit des Aktienkapitals der MVV. EnBW war seit 2004 an der MVV beteiligt, mit zuletzt 28,8 Prozent der Anteile, RheinEnergie seit 2007, mit einem Anteil von 16,3 Prozent. MVV-Vorstandsvorsitzender Georg Müller zeigte sich zufrieden. Es sei gelungen, "eine für alle Beteiligten tragfähige und zukunftsgerichtete Lösung zu finden" und First State sei die "ideale Vervollständigung" einer stabilen Grundlage für die Umsetzung der Konzernstrategie.

Investor mit Erfahrung in europäischen Infrasktrukturinvestments

First State Investments gilt als langfristig orientierter Investor mit Erfahrung in europäischen Infrastrukturinvestments, heißt es von der MVV. Seit mehr als 20 Jahren würde First State Vermögen, vor allem im Auftrag europäischer Altersversorgungskassen und Versicherungsgesellschaften verwalten und in profitable und nachhaltige Unternehmen in den Sektoren Versorgung, Energie und Verkehr investieren. Im europäischen Infrastruktursektor verwalte das Unternehmen derzeit rund acht Mrd. Euro Eigenkapital.

Das First State seit langem die Nachhaltigkeit in den Mittelpunkt seiner Entscheidungsprozesse stelle, zeige sich unter anderem an mehreren Auszeichnungen im Umwelt- und Sozialbereich sowie der Unterzeichnung der UN-Prinzipien für verantwortliches Investieren (UNPRI) im Jahr 2007.

Volle Unterstützung für Unternehmensstrategie und Klimaneutralitätsziel der MVV

„Nachhaltigkeit ist für uns ein Kernelement unserer Investmentstrategie“, betont Niall Mills, für Infrastrukturinvestments verantwortlicher Partner bei First State. „Wir sind beeindruckt von den großen Fortschritten der MVV beim Übergang zu erneuerbaren Energien sowie von der exzellenten Position entlang der gesamten energiewirtschaftlichen Wertschöpfungskette."

Die langfristige Partnerschaft zwischen First State, der Stadt Mannheim und der MVV ist nach Mills’ Worten vollständig abgestimmt und darauf ausgerichtet, den laufenden Übergang des Unternehmens zu erneuerbaren Energien voranzutreiben: “First State unterstützt voll und ganz das Ziel der MVV, bis spätestens 2050 klimaneutral zu sein. Wir werden die Strategie des nachhaltigen Wachstums, der Dekarbonisierung und der Digitalisierung unterstützen."

EnBW und Rheinenergie wollen eigenes Portfolio stärken

EnBW-Finanzvorstand Thomas Kusterer begrüßte den Verkauf: "Mit First State Investments ist es gelungen, einen Käufer zu finden, der langfristig bei der MVV engagiert bleiben möchte", sagte er. Das Geschäft unterstütze die Umsetzung der eigenen Wachstumsstrategie. "Denn mit Blick nach vorne wollen wir das EnBW-Portfolio weiter um- und ausbauen."

Der Vorstandsvorsitzende der Rheinenergie, Dieter Steinkamp, kündigte ebenfalls eine Neuausrichtung an: "Unseren strategischen Fokus werden wir nun umso mehr auf den Ausbau unserer energiewirtschaftlichen Kooperationen im Rheinland sowie unserer Erneuerbaren Energien, die Stärkung unserer Infrastruktur sowie den Aufbau neuer Geschäftsfelder richten."

Börsennotierung wird beibehalten

Im Rahmen des Anteilserwerbs hat First State eine strategische Vereinbarung mit der Stadt Mannheim unterzeichnet. Darin bekräftigen die beiden Hauptaktionäre die hohe Bedeutung und die verpflichtende Beibehaltung der Börsennotierung der MVV im Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse. Im Zusammenhang mit dem Erwerb der Beteiligung werden von First State verwaltete Fonds nach deutschem Übernahmerecht über die Gesellschaft FS DE Energy GmbH ein öffentliches Übernahmeangebot für die verbleibenden Aktien von MVV unterbreiten. Die beiden Großaktionäre und die Gesellschaft haben das gemeinsame Ziel, einen Streubesitz möglichst im bisherigen Umfang zu erhalten. (pm/hoe/dpa)

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