EnBW will der Corona-Pandemie trotzen und geht für das laufende Jahr von einem zweistelligen Ergebniswachstum zwischen 13 und 19 Prozent aus

EnBW will der Corona-Pandemie trotzen und geht für das laufende Jahr von einem zweistelligen Ergebniswachstum zwischen 13 und 19 Prozent aus

Bild: © Marijan Murat/dpa

EnBW verspricht in der Coronavirus-Krise eine stabile Energieversorgung. Es seien umfangreiche Krisenpläne und -vorbereitungen getroffen worden, um die Mitarbeiter vor Ansteckung zu schützen und die Arbeitsfähigkeit und Stabilität der kritischen Prozesse und Aufgaben sicherzustellen, sagte Vorstandschef Frank Mastiaux bei der Vorstellung der Geschäftszahlen am Donnerstag.

"Unsere Mitarbeiter machen unter den erschwerten Bedingungen einen tollen Job. Die EnBW steht stabil", erklärte der EnBW-Chef. Der Energiekonzern habe Anfang Februar eine Task Force "Corona" gebildet, in der unter Leitung des Bereichs EnBW-Krisenmanagement alle relevanten Geschäfts- und Fachbereiche vertreten sind.

Kusterer: Beobachten Situation sehr genau

Die Folgen der Coronavirus-Pandemie werden nach Angaben von Finanzvorstand Thomas Kusterer voraussichtlich keine wesentlichen Auswirkungen auf das operative Ergebnis des Geschäftsjahres 2020 haben. Es bestehe aber ein begrenztes Risiko. "Wir beobachten die Situation sehr genau."

Auch 2020 soll das Ergebnis zweistellig wachsen

Das Karlsruher Unternehmen steigerte sein Ergebnis 2019 bei sinkendem Umsatz deutlich. Das um Sondereffekte bereinigte operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Adjusted Ebitda), mit dem EnBW das laufende Geschäft abbildet, stieg 2019 um 12,7 Prozent auf 2,43 Milliarden Euro. Trotz der Coronavirus-Pandemie rechnet Kusterer auch im laufenden Jahr mit einem zweistelligen Ergebniswachstum zwischen 13 und 19 Prozent. Bis 2025 soll das EBITDA auf 3,2 Milliarden Euro klettern.

Der Gewinn unter dem Strich legte 2019 mehr als eine Verdopplung hin und lag bei 734,2 Mio. Euro. Der Umsatz ging hauptsächlich wegen eines geringeren Handelsvolumens und niedrigerer Gaspreise um 9,9 Prozent auf 18,77 Milliarden Euro zurück.

Marktführer bei Schnelladesäulen in Deutschland

Nach Kusterers Angaben haben alle Geschäftssegmente zu dem Ergebnis beigetragen. Besonders gut habe sich der Bereich der Erneuerbaren Energien entwickelt. Ein Grund für das starke Wachstum waren Zukäufe in Schweden und Frankreich. Ab dem vierten Quartal habe auch der Offshore-Windpark Hohe See dazu beigetragen. Geschwächelt hat dagegen das Segment Erzeugung und Handel.

Zufrieden zeigen sich die Karlsruher auch mit der Entwicklung des Bereiches Elektromobilität, in das weiterhin stark investiert werde. So haben sich die Zahl der Ladevorgänge an den mehr als 1.000 Ladesäulen innerhalb eines Jahres mehr als verdoppelt. Der Ausbau des Ladenetzes, vor allem im Bereich Schnellladen, gehe weiter. EnBW ist nach eigenen Angaben seit Ende 2019 Marktführer bei Schnelladesäulen in Deutschland.

Windkraft-Portfolio und Solarpark-Projekte

EnBW baut das Unternehmen seit Jahren um, von Kohle und Atom hin zu Erneuerbaren Energien. Insgesamt wurde 2019 die Erzeugungsleistung aus Windenergie um rund 70 Prozent gegenüber dem Vorjahr erhöht. Seit 2012 sei das Windkraft-Portfolio damit von 218 MW auf aktuell knapp 1.800 MW mehr als verachtfacht worden.

Auch die Photovoltaik wird ausgebaut. Im vergangenen Jahr wurden demnach vier Solarparks mit einer Leistung von 25 MW realisiert. Der Konzern liege hier nun operativ bei rund 109 MW und die Projektentwicklungs-Pipeline sei mit 800 MW "gut gefüllt".

Dividende soll um 5 Cent je Aktie steigen

Der Energieversorger will die Dividende um 5 Cent je Aktie auf 70 Cent erhöhen. Allerdings muss die ursprünglich für den 12. Mai vorgesehene Hauptversammlung wegen der Coronavirus-Pandemie verschoben werden. Das Unternehmen befindet sich weitestgehend im Besitz der Öffentlichen Hand und beschäftigt fast 23.400 Mitarbeiter. (hil/dpa)

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