Enercity-Chefin Susanna Zapreva will mit der Gründung der Tochter Lynqtech das Digitalgeschäft weiter ausbauen.

Enercity-Chefin Susanna Zapreva will mit der Gründung der Tochter Lynqtech das Digitalgeschäft weiter ausbauen.

Bild: © Enercity

Mit einer cloudbasierten, digitalen Plattform, die Kundenerlebnisse wie bei Amazon oder Zalando ermöglicht, will der Energiedienstleister Enercity sein Digitalgeschäft weiter ausbauen. Dazu hat der Regionalversorger aus Hannover die Digitaltochter Lynqtech gegründet.

Stadtwerke und andere Energieversorgungsunternehmen (EVU) können über Lynqtech sämtliche vertriebsrelevanten Prozesse von Anfang bis Ende („end-to-end“) vernetzen lassen - vom Marketing über den Kundenservice bis zur Abrechnung sämtlicher Produkte, die ein Endkunde bezieht. Als erste Plattform in Europa biete man damit eine "integrierte End-to-End-Lösung aus einer Hand", heißt es auf der Lynqtech-Homepage

Zapreva: "Kundenservice 5.0"

"Wir schaffen integrierte Kundenerlebnisse, die im Markt bisher nicht existierten. Dieses neue Dienstleistungslevel nennen wir Kundenservice 5.0", sagt Enercity-Chefin Susanna Zapreva. Mit Hilfe der Lynqtech-Lösungen sollen EVUs den Kundenservice übersichtlicher, moderner und zielgerichteter gestalten können.

Volle Transparenz für den Kunden

Vertriebsexperten erstellen personalisierte Angebote digital und versenden sie innerhalb von Sekunden. Kundenanfragen beantworten Mitarbeiter direkt im Live-Chat. Eine Rechnungskorrektur dauere nicht mehr eine Viertelstunde, sondern nach neuem Standard weniger als eine Minute. Kunden wiederum hätten volle Transparenz über ihre Verträge, Verbräuche, Zahlungen − in Echtzeit.

"Unser Ziel ist die Erlebnisführerschaft"

"Unser Vertriebsanspruch ist die Erlebnisführerschaft beim Kunden, also die vollkommene Ausrichtung auf das positive Erlebnis, das der Kunde im Kontakt mit uns hat. Dies gelingt nur mit individuellen Customer Journeys", sagt Zapreva. EVUs könnten mithilfe der Lynqtech-Plattform Kundendaten intelligent verarbeiten und zugunsten individueller Angebote für die Kundschaft nutzen. Dies ermögliche eine 360-Grad-Perspektive über alle Produkte und Aktivitäten eines Kunden hinweg.

So profitiert Enercity heute schon von der Plattform

Ziel sei es, mithilfe modular aufgebauter, digitaler Lösungen das (Neu-) Kundengeschäft von EVUs zu steigern. Gleichzeitig sollen die Akquisitions- und Servicekosten gesenkt werden. Die Softwarelösungen wurden laut Enercity über drei Jahre entwickelt und stetig verbessert. Davon habe auch der Vertrieb des Regionalversorgers nachhaltig profitiert: Die Kundenabwanderungsrate (Churn-Rate) sank um 67 Prozent, im Gegenzug seien die Neuvertragsabschlüsse gestiegen.

Lynqtech ist aus einem 2016 gegründeten Startup von Enercity entstanden. Das Team umfasst mittlerweile rund 30 feste Mitarbeiter und rund 70 Freelancer und arbeitet an einem eigenen Stadnort abseits der Unternehmenszentrale in Hannover.

"Mit hohem Tempo Kunden gewinnen"

"Wir werden mit einem Minimum an Prozessen und mit hohem Tempo Kunden gewinnen und ihnen zu bisher ungenutzten Geschäftschancen verhelfen − schlau und schnell wie ein Luchs", kündigt Geschäftsführerin Mandy Schwerendt, seit 2017 Plattformchefin bei Enercity, an. Der Luchs (englisch: lynx) stand dabei Pate für den Unternehmensnamen: Der Luchs gilt als die geschickteste unter den heimischen Katzen. Sein scharfes Seh- und Hörvermögen steht sinnbildlich dafür, dass Lynqtech sich immer am Puls der aktuellen Entwicklungen des Energiemarktes befindet. (hoe)

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