Energie SaarLorLux plant gemeinsam mit den beiden Anteilseignern Engie Deutschland und den Stadtwerken Saarbrücken (SWS) ein Gasmotorenkraftwerk. Die Anlage mit insgesamt mehr als 50 Megawatt sowohl elektrischer als auch thermischer Leistung soll direkt neben dem Heizkraftwerk Römerbrücke in Saarbrücken gebaut werden. "Mit diesem Projekt vollenden wir den Umstieg von Kohle auf Gas in der Energieerzeugungsstrategie unseres Unternehmens. Die endgültige Investitionsentscheidung über das 80-Millionen-Euro-Projekt soll noch im Laufe dieses Jahres getroffen werden", kündigte Joachim Morsch, Vorstand und Sprecher der Energie SaarLorLux anlässlich der vorzeitigen Verlängerung der Kooperationsvereinbarung zwischen Engie Deutschland und den SWS am Freitag im Saarbrücker Rathaus an.
Die Partnerschaft wurde für weitere zehn Jahre bis 2030 verlängert. "Auch nach fast 20 Jahren sehen wir, dass sich die Zusammenarbeit unserer Stadtwerke mit einem starken industriellen Partner für die Bürger noch immer auszahlt", erklärte die Saarbrücker Oberbürgermeisterin Charlotte Britz. Man komme bei der Umsetzung der Klimaziele in Saarbrücken gut voran. Unterstützt durch die umweltfreundliche Fernwärme gebe es in saarländischen Hauptstadt nur geringe CO2-Emissionen, auch die Feinstaubproblematik sei kein Thema.
Umbau des HKW Römerbrücke
Die Partnerschaft zwischen Engie und SWS geht auf das Jahr 2001 zurück. Im selben Jahr wurde die gemeinsame Tochtergesellschaft Energie SaarLorLux gegründet. Die Energie SaarLorLux (51% ENGIE und 49% SWS) versorgt ihre Kunden mit Strom, Gas und umweltfreundlicher Fernwärme und betreibt seit 2011 auch das Heizkraftwerk Römerbrücke. Im Zuge der Partnerschaft wurde das Heizkraftwerk Römerbrücke zu einem hochmodernen Kraftwerksstandort umgebaut.
Partnerschaft mit ZF bei Eigenstromerzeugung
"Die Energiewende ist vor allem ein lokales Projekt und in Saarbrücken sind wir gemeinsam auf einem sehr guten Weg", betonte Manfred Schmitz, Vorstandsvorsitzender der Engie Deutschland AG. Alle Beteiligten unterstrichen den wirtschaftlichen und ökologischen Mehrwert der Kooperation. Als positives Beispiel wurde vor allem die innovative Partnerschaft mit dem Automobilzulieferer ZF bei der Eigenstromerzeugung hervorgehoben, die vor ein paar Wochen ebenfalls vorzeitig verlängert wurde. Seit Ende 2013 betreibt ZF am Standort Saarbrücken eigenverantwortlich das von den Stadtwerken Saarbrücken erbaute "Heizkraftwerk Süd".
Der Automobilzulieferer verzeichnet dank der Stromeigenerzeugung deutliche Energiekosteneinsparungen und kann zudem seine Fertigung wesentlich emissionsärmer gestalten. Die Stadtwerke Saarbrücken konnten ihrerseits durch das Verpachten des Kraftwerks an die ZF das Ergebnis ihrer Energieerzeugungssparte nachhaltig stabilisieren. Energie SaarLorLux wiederum nutzt die im Kraft-Wärme-Kopplungsprozess anfallende Wärme zur Fernwärmeversorgung ihrer Kunden. (hoe)
