Stromkunden bei den Stadtwerken Ingolstadt erhalten künftig automatisch ein Ökostromprodukt.

Stromkunden bei den Stadtwerken Ingolstadt erhalten künftig automatisch ein Ökostromprodukt.

Bild: © Stefan Bösl/Stadtwerke Ingolstadt

Die Stadtwerke Ingolstadt (SWI) wollen mit einem Hilfsfonds, Menschen unterstützen, die aufgrund der rekordhohen Gaspreise in finanzielle Schwierigkeiten geraten sind. Konkret ist ein Zuschuss zu den Gaskosten geplant. Kooperationspartner bei der Aktion sind die beiden großen Wohlfahrtsverbände Diakonisches Werk und Caritas. Diese werden voraussichtlich auch die Prüfung der Anträge übernehmen. Der Zuschuss soll direkt der Jahresverbrauchsabrechnung gutgeschrieben werden, dadurch sinken die monatlichen Abschläge.

„Wir sind uns als Stadtwerke sehr bewusst, dass die neuen Energiepreise ab Herbst zu Belastungen führen werden. Deshalb stehen wir in der Verantwortung, unsere Kunden beim Energiesparen zu unterstützen und da Hilfsangebote – auch finanzieller Natur – zu machen, wo es nötig ist“, erklärt Stadtwerke-Geschäftsführer Matthias Bolle. Wer durch die Energiekrise in Probleme gerate, dem wolle man zumindestens einen Teil der Sorgen nehmen. Mit wie viel Geld der Hilfsfonds ausgestattet wird und wie hoch die Unterstützung im Einzelfall ausfällt, darüber muss noch der Aufsichtsrat der Stadtwerke entscheiden. Laut ZfK-Informationen sollen aber Unterstützungszahlungen von mehreren Hundert Euro möglich sein.

Das Angebot ist Teil einer auf drei Maßnahmen fußenden Kampagne, um den Auswirkungen der hohen Energiepreise entgegenzuwirken. Ein Teil davon sind Energiespartipps für Strom und Gas unter dem Motto „Ich mach’s aus“, die eingesparte Energiemengen mit einem konkreten Betrag versieht und den möglichen Beitrag eines jeden Einzelnen aufzeigt.

Energiesparwettbewerb unter Gaskunden

Die dritte Komponente wird der Wettbewerb „Gassparen jetzt“ sein. Die 25 Gaskundinnen und Gaskunden der SWI, die im Zeitraum von 1. Oktober 2022 bis 31. März 2023 prozentual am meisten Gas einsparen, erhalten ihre Jahresverbrauchsabrechnung bis zu einem Wert von 2.500 Euro erstattet.

Die Stadtwerke Ingolstadt setzen nach eigenen Angaben aber auch selber eine Vielzahl an Energieeinsparungen um, etwa in den eigenen Liegenschaften – beispielsweise durch Abschaltung nicht zwingend nötiger Beleuchtung oder eine Temperaturabsenkung im Winter – und durch einen internen Gassparwettbewerb für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. So schließen die SWI nach eigenen Worten "sukzessive und beschleunigt neue Kunden an die Fernwärme" an, diese wird in Ingolstadt aus Abwärme und nahezu vollständig ohne Erdgas erzeugt. Der benötigte, geringe Erdgasanteil wird durch Öl ersetzt, die Ingolstädter Bäder komplett von Erdgas auf Fernwärme umgestellt.

Stadtwerke München haben im Juni Härtefallfonds eingeführt

Auch die Stadtwerke München unterstützen Kunden mit einem Härtefallfonds, dieser ist mit 20 Mio. Euro ausgestattet und soll Geringverdiener dabei unterstützen, die hohen Energiepreise zu bewältigen. Die Prüfung und die Vergabe der Mittel sollen Experten aus der Sozialarbeit übernehmen. Anfang Juni hatte das zu 100 Prozent kommunale Unternehmen eine Erhöhung der Gaspreise ab August um durchschnittlich 70 Prozent gegenüber dem Vorjahr bekannt gegeben, ein Durchschnittshaushalt zahlt ab August pro Monat 42,17 Euro mehr. Auch die Energiesparberatung, vor allem für Geringverdiener, haben die SWM intensiviert.

Auch in Städten wie Hamburg, Berlin oder Remscheid diskutiert die Politik über einen Härtefallfonds, ebenso in zahlreichen Bundesländern.  (hoe)

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