Frank Backowies ist Bereichsleiter Marktmanagement bei der Würzburger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft mbH und Prokurist bei der Würzburger Stadtwerke AG.

Frank Backowies ist Bereichsleiter Marktmanagement bei der Würzburger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft mbH und Prokurist bei der Würzburger Stadtwerke AG.

Bild: © WVV

In Vertrieb und Beschaffung steht bei der  Stadtwerke Würzburg AG  seit Beginn der Energiepreisexplosion vor allem die Risikosteuerung und – begrenzung im Vordergrund. Bei der Vermarktung von Sonderprodukten über das Heizkraftwerk bietet die aktuelle Situation hingegen auch Chancen, die der Kommunalversorger versucht zu nutzen.

„Im Kraftwerksbereich und bei der Vermarktung von Biogasanlagen sind wir aktuell frei von den Kapriolen des Energiemarktes und davon profitieren unsere Kunden und wir aktuell sehr“, sagt Frank Backowies, Bereichsleiter Marktmanagement bei der Würzburger Versorgungs- und Verkehrs mbH (WVV), zu der die Stadtwerke Würzburg AG gehört. Das Unternehmen fährt das Kraftwerk seit Jahren wirtschaftlich optimiert und bietet darüber Energie für den Regelenergiemarkt an. Zudem werden über ein virtuelles Kraftwerk über 500 Biogasanlagen bundesweit vermarktet.

"Größere Kunden setzen aktuell häufig auf eine viertelstündliche Beschaffung"

Bei den größeren Gewerbekund:innen verzeichnet der Kommunalversorger laut Backowies aktuell eine deutliche gestiegene Nachfrage nach Kurzfristbeschaffungen. „Größere Kunden, die noch nicht für einen längeren Zeitraum eingedeckt sind, setzen jetzt häufig auf eine viertelstündliche Beschaffung zum tagesaktuellen Energiepreis", erklärt er.

Insbesondere bei großen Kund:innen sei diese Art der Beschaffung aktuell sehr beliebt, weil sie nicht prognostizieren könnten, wohin sich die Preise entwickeln. Diese neue Beschaffungsdienstleistung sei wirtschaftlich für die WVV aktuell sogar etwas interessanter als der bisherige Produktvertrieb auf Terminmarktbasis.

Zwei Trends bei Beschaffungsstrategien von Geschäftskunden

Es gebe aktuell bei größeren Gewerbekund:innen zwei Beschaffungsstrategien. Diejenigen, die die Kurzfristbeschaffung wählten, scheuten mit Blick auf die Preisrisiken eine längerfristige Festlegung. Die andere Gruppe setze weiterhin auf Festpreisverträge, aber zu kürzeren Laufzeiten von einem halben oder einem Jahr.

„Vielen Unternehmen ist es wichtig, in ihren Wirtschaftsplänen eine konstante Kostenentwicklungprognostizieren zu können, deswegen gehen diese nicht in eine Kurzfristbeschaffung", so der Bereichsleiter Marktmanagement.

"Erwarten keine große Pleitewelle"

Einen großen Ansturm von noch nicht vertraglich gebundenen Gewerbekund:innen in der Region Würzburg erwartet er zum Jahresende nicht. „Da haben wir nicht mehr viel offen, die meisten haben einen Vertrag abgeschlossen.“ Natürlich klagten viele Gewerbekund:innen über die hohen Energiepreise. „Die große Pleitewelle sehen wir da aktuell aber nicht, weder aufgrund der hohen Energiepreise noch bedingt durch Corona.“  (hoe)

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Einen ausführlichen Hintergrund zum Thema Geschäftskundenvertrieb in der Energiekrise lesen Sie in der Dezemberausgabe der ZfK, die am vergangenen Montag erschienen ist. Zum Abo geht es hier.

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