Bei der Suche nach Energie-Einsparmöglichkeiten ist für die Stadtwerke Bielefeld offenbar auch ein zweitweiliger Verzicht auf die Nutzung des eigenen Verwaltungsgebäudes an der Schilderschen Straße offenbar kein Tabu. Eine entsprechende Maßnahme wird geprüft, aktuell laufen hierzu Beratungen mit dem Betriebsrat. „Diese sind aber noch nicht final abgestimmt“, erklärte ein Stadtwerkesprecher auf ZfK-Anfrage. Als erstes hatte die Regionalzeitung „Neue Westfälische“ über das Thema berichtet.
Demnach könnte in der Winterperiode nur der Eingangsbereich des Hochhauses mit dem Empfang beheizt werden, in den übrigen Räumen soll die Temperatur nur so hoch sein, dass das Gebäude keinen Schaden nimmt.
Hintergrund für die Überlegungen ist, dass das Energie-Einsparpotenzial besonders hoch ist, wenn einzelne Gebäudekomplexe vollständig leergeräumt und lediglich frostfrei gehalten werden. Deshalb werde auch über eine verstärkte Pflicht zu Homeoffice im Winter beraten, so der Sprecher weiter. Durch diese Maßnahme könnten jährlich etwa 350.000 Kilowattstunden Strom und 450.000 Kilowattstunden an Wärme eingespart werden.
"Stadtwerke haben in der aktuellen Energiekrise eine Vorbildfunktion"
Alternativ zum Home-Office könnten die Beschäftigten auch auf andere Büros auf dem Firmengelände ausweichen. „Stadtwerke haben in der aktuellen Energiekrise eine Vorbildfunktion. Wir wollen damit ein Zeichen fürs Energiesparen setzen“, wird Stadtwerke-Geschäftsführer Martin Uekmann zitiert.
Bereits in den vergangenen Wochen haben die Stadtwerke Bielefeld zahlreiche Maßnahmen eingeleitet, um Energie zu sparen, insbesondere im Bäderbach. Die Bäder-Tochter etwa habe die Beckenwassertemperatur und Lufttemperatur in allen Hallenbädern um ein weiteres Grad gesenkt. (Wasser: unterschiedlich, etwa von 27 auf 26 Grad in Schwimmerbecken). Daraus resultierten Einsparungen von rund 400 MWh pro Jahr. In fast allen Freibädern wurden die Beckenwasserheizungen abgeschaltet, um weitere Gasressourcen einzusparen. Hier werden die Einsparungen auf rund 50 MWh kurzfristig bis Saisonende beziffert. Auch Saunaanlagen wurden geschlossen.
An Stadtwerke-Gebäuden werden mittlerweile diverse Beleuchtungen ausgeschaltet, unter anderem die des weithin sichtbaren Schornsteins auf dem Gelände an der Schildescher Straße. In den Gebäuden setzt die Klimaanlage erst dann ein, wenn die Raumtemperatur auf 26 Grad klettert. Im Winter werden die Räume in allen Gebäuden nur noch auf 20 Grad geheizt. Damit halte man das Minimum der Arbeitsstättenverordnung ein, heißt es. (hoe)
