Der EWE-Aufsichtsrat hatte im Februar 2017 entschieden, den damaligen Vorstandschef Matthias Brückmann mit sofortiger Wirkung zu entlassen.

Der EWE-Aufsichtsrat hatte im Februar 2017 entschieden, den damaligen Vorstandschef Matthias Brückmann mit sofortiger Wirkung zu entlassen.

Bild: © EWE AG

Der norddeutsche Energieversorger EWE verkauft 26 Prozent seiner Anteile an den französischen Infrastrukturinvestor Ardian. Das teilte EWE am Freitag in Oldenburg mit. Die neuen Partner wollten vor allem in die strategischen Bereiche erneuerbare Energien, Telekommunikation und Netze investieren. 

EWE-Vorstandschef Stefan Dohler sprach vor Journalisten von einer "langfristigen, auf Wachstum angelegten Partnerschaft". EWE erhalte Zugang zu neuen Produkten, Märkten, Finanzierungen und neuem Know-how.

Kaufpreis von 1,3 bis 1,5 Mrd. Euro

Sofern das Bundeskartellamt zustimmt, soll das Geschäft im ersten Quartal 2020 abgewickelt werden. Zu finanziellen Details sei Stillschweigen vereinbart worden. "Das gilt auch für den Kaufpreis", sagte Dohler. Das "Handelsblatt" berichtete von einem Geschäft im Wert von 1,3 bis 1,5 Mrd. Euro.

EWE versorgt im Nordwesten Deutschlands und in Brandenburg etwa zwei Millionen Kunden mit Strom, Gas und Telekommunikation. 2018 lag der Umsatz bei 5,7 Mrd. Euro, das Ergebnis betrug 167 Mio. Euro. Die nicht börsennotierte AG gehört überwiegend den Städten und Landkreisen im Nordwesten.

Ardian: "Wir sind ein langfristiger Partner"

"Wir sind ein langfristiger Partner", bekräftigte Michael Reuther, Direktor im Ardian-Infrastrukturteam. Die Investmentgesellschaft mit Hauptsitz Paris verwaltet nach eigenen Angaben Vermögenswerte von rund 98 Mrd. US-Dollar (86,4 Mrd. Euro). Als starker Minderheitsaktionär bei EWE ersetzt Ardian den baden-württembergischen Versorger EnBW, der seit 2016 schrittweise ausgestiegen war. EWE hatte seit Juni intensiv nach einem neuen Investor gesucht.

"Es ist und bleibt ein regionales Unternehmen, das dadurch europäischen Sachverstand dazubekommt", sagte Heiner Schönecke, Geschäftsführer des EWE-Verbands der kommunalen Eigentümer. Es sei wichtig, dass der neue Investor diese kommunale Verankerung verstehe.

Kooperation mit der Deutschen Telekom 

In der Sparte Telekommunikation will EWE gemeinsam mit der Deutschen Telekom in den kommenden vier Jahren 300.000 Haushalte im Nordwesten mit schnellem Glasfasernetz versorgen. (dpa/hil)

Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper