Die Klimaschutzziele von MVV stehen im Einklang mit dem 1,5-Grad-Ziel des Pariser Klimaschutzabkommens und tragen zu dessen Einhaltung bei. Das hat die "Science Based Targets Initiative" (SBTi), ein Verbund von internationalen Nichtregierungsorganisationen (NGOs), nach umfassender wissenschaftlicher Prüfung bestätigt, teilt der Mannheimer Versorger mit. MVV ist damit das erste deutsche Energieunternehmen, das entsprechend dem 1,5-Grad-Ziel von der SBTi testiert ist. Die Kriterien der SBTi werden regelmäßig an die neuesten Erkenntnisse der Klimaforschung angepasst.
"Bereits 2015 haben wir als eines der ersten europäischen Energieunternehmen die SBTi-Charta unterzeichnet und seitdem unsere Klimaschutzziele stetig nachgeschärft. Mit dem Mannheimer Modell haben wir diesen nun zudem eine langfristige Perspektive hinzugefügt: Wir werden 2040 klimaneutral und danach klimapositiv sein, also der Atmosphäre Treibhausgase wieder entziehen", sagt Georg Müller, Vorstandsvorsitzender der MVV Energie AG, über die Anerkennung durch die SBTi.
Mehr als 80 Prozent weniger CO2-Emissionen bis 2030
Treibhausgasemissionen werden nach den Kriterien des „Greenhouse Gas Protocol“ in drei Kategorien unterteilt: „Scope 1“ umfasst direkte Emissionen aus eigenen oder kontrollierten Quellen. „Scope 2“ deckt indirekte Emissionen aus dem Eigenverbrauch von eingekaufter Energie ab. „Scope 3“ umfasst alle anderen indirekten Emissionen, die in der Wertschöpfungskette eines Unternehmens entstehen – also beim Lieferanten und Kunden.
Mit der Testierung bestätigt die SBTi die Ziele von MVV, ihre CO2-Emissionen im "Scope 1 und 2" bis 2030 um über 80 Prozent gegenüber 2018 zu reduzieren. Zudem hat SBTi testiert, dass die von MVV angestrebte CO2-Reduktion im „Scope 3“ bis 2035 um über 80 Prozent mit einem 1,5-Grad-Pfad kompatibel ist.
Auch Vattenfall zieht Ziele vor
Auch der schwedische Konzern Vattenfall hat seine Zielsetzung auf das 1,5-Grad-Klimaziel nachjustiert und sich von der SBTi zertifizieren lassen, heißt es in einer Pressemitteilung. Die Emissionen für den Zeitraum von 2017 bis 2030 müssen in den Betrieben (Scope 1+2) um über 77 Prozent reduziert werden. Auch die absoluten Emissionen aus der Nutzung verkaufter Produkte (Scope 3) müssten sich um 33 Prozent bis 2030 im Vergleich zu 2017 verringern. Das große Ziel sei die Klimaneutralität bis 2040.
Zur Bedeutung der Verpflichtung für den deutschen Markt erklärt Tanja Wielgoß, Vorstandsvorsitzende der Vattenfall Wärme Berlin AG: "Für die Erreichung des Ziels ist das Wärmegeschäft in Berlin erfolgskritisch, da wir die größten Veränderungen erreichen müssen. Bis 2030 steigen wir aus der Steinkohlenutzung aus, bis 2040 werden wir klimaneutral."
Weitere Maßnahmen: Stromnetz müsse das Vierfache an Wind- und Solarenergie im Vergleich zur jetzigen Kapazität von Vattenfall zur Verfügung gestellt werden. Desweiteren brauche es 25-mal so viele Ladestationen für Elektrofahrzeuge im Betrieb wie 2020. Und die Partner und die Gesellschaft müssten dabei unterstützt werden, industrielle Tätigkeiten zu elektrifizieren, darunter auch bei Stahl, Zement, Schwertransport und Chemikalien. (gun)



