Aus alt mach neu: Die Union möchte eine "Klimaprämie" als Anreiz für heimische Modernieserungsmaßnahmen einführen.

Aus alt mach neu: Die Union möchte eine "Klimaprämie" als Anreiz für heimische Modernieserungsmaßnahmen einführen.

Bild: © Daniel Karmann/dpa

Die Analyse des Energiewirtschaftlichen Instituts an der Universität zu Köln (EWI) zeigt, dass etwa die Hälfte der Investitionen dabei auf den Bereich Wohngebäude entfällt, also Gebäudesanierung und die neuen Heizungssysteme.

Dabei betrachte die Analyse nur einen Teil der mit der Energiewende unmittelbar und mittelbar verbundenen Investitionen. Ausgeklammert wurden bei der Untersuchung beispielsweise der Investitionsbedarf in der Industrie, der Gas- und Wasserstoffwirtschaft sowie weitere Bereiche der Wärmeversorgung.

Im Vergleich zu den vergangenen Jahren müsse das Investitionsniveau deutlich steigen, heißt es in der Analyse „Investitionen der Energiewende bis 2030 - Investitionsbedarf im Verkehrs-, Wohngebäude- und Stromsektor“.

In seiner Analyse orientiert sich das EWI-Team an einem Klimaneutralitätsszenario aus dem Hauptgutachten des EWI im Rahmen der Leitstudie „Aufbruch Klimaneutralität“ der Deutsche Energie-Agentur (Dena).

Der Investitionsbedarf im Gebäudesektor liegt bis 2030 bei einer Billion Euro. Dabei seien Neuinvestitionen in Sanierung und Modernisierung von Wohngebäuden sowie Anlagentechnik gemeint, rechnet EWI weiter vor. Im Verkehrssektor entstehe der größte Investitionsbedarf durch den Austausch der Fahrzeugflotte hin zu saubereren Antriebsarten – dafür könnten bis 2030 rund 317 Mio. Euro anfallen. In der Stromversorgung müssten laut der Analyse durch Unternehmen und Haushalte durchschnittlich jährlich 53 Mrd. Euro an Investitionen fließen, vor allem in die Erneuerbaren sowie den Stromnetzausbau.

Investitionsverzug von rund 220 Mrd. Euro

Gegenüber dem hier untersuchten Szenario sei seit dem Jahr 2018 bereits ein Investitionsverzug entstanden, warnen die Wissenschaftler des EWI. Dieser mache etwa 220 Mrd. Euro und damit rund zehn Prozent des gesamten Investitionsbedarfs im untersuchten Szenario aus. Der größte Verzug sei dabei im Stromsektor festzustellen. „Um die Ziele der Energiewende zu erreichen, müsste nach dem betrachteten Plan-Szenario in der Stromversorgung die Investitionstätigkeit von durchschnittlich 23 auf 53 Mrd. Euro jährlich mehr als verdoppelt werden“ resümierte Philip Schnaars, Manager am EWI, der die Analyse zusammen mit Amir Ashour Novirdoust und Stephan Terhorst erstellt hat. Die größten Investitionsrückstände im Stromsektor weisen Wind- und große PV-Anlagen, sowie die Verteil- und Übertragungsnetze aus.

Aufstockung zulasten anderer Sektoren

Die höheren Investitionen in den untersuchten Sektoren machen mehr als sechs Prozent der Bruttoinlandproduktes aus, lautet das Fazit der Analyse. Bei einer konstanten volkswirtschaftlichen Sparquote müsste dieser Kapitalbedarf zulasten von Investitionen in anderen Sektoren gehen. Besondere Herausforderungen ergeben sich in diesem Zusammenhang für die Eigenkapitalgeber, insbesondere auch Kommunen als Eigentümer von kommunalen Energieversorgungsunternehmen.(am)

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