"Wir liegen mit dem Gesamtergebnis über Plan, damit sind wir sehr zufrieden", sagt Berndt Hartmann, kaufmännischer Geschäftsführer der Energie- und Wassergesellschaft mbh (Enwag). Der Umsatz des Unternehmens ist im Vergleich zum Vorjahr um 5,2 Prozent auf 63,7 Millionen gestiegen. Laut Hartmann liege das vor allem an den Erlösen aus Strom- und Gasverkauf.
Bemerkenswert sei das wachsende Interesse an Erdgas, 2019 sind zahlreiche Neuanschlüsse hinzugekommen. "Viele wechseln von Öl auf Gas, um einen Beitrag zum klimafreundlicheren Heizen zu leisten", sagt Hartmann. Erfolgreich waren auch die Bereiche Contracting und Energiedienstleistungen. Das Unternehmen will deshalb weiterhin in diese Bereiche und auch Elektromobilität investieren.
Jahresziel nicht ganz erreicht
Im vergangenen Geschäftsjahr arbeitete die Enwag an zwei Großprojekten: der Umstellung auf H-Gas und die Graugusssanierung der Erdgasleitungen. "Mit beiden Mammut-Projekten und auch mit der Erschließung neuer Gebiete für die Erdgasversorgung sind wir gut vorangekommen, auch wenn wir das Jahresziel nicht ganz erreicht haben“, sagt Detlef Stein, technischer Geschäftsführer der Enwag. Die Umstellung von L-Gas auf H-Gas, soll bis Ende 2020 abgeschlossen werden.
Der Jahresüberschuss der Enwag liegt leicht unter dem Vorjahresniveau, aber mit 4,6 Millionen erneut über Plan. Das Unternehmen schüttet an seine Gesellschafter, die Stadt Wetzlar und das Stadtwerke-Konsortium Thüga AG insgesamt 4,4 Millionen Euro aus. Nimmt man Steuern und Konzessionsabgabe zur Ausschüttung hinzu, beträgt die Wertschöpfung der Enwag für die Stadt Wetzlar insgesamt 5,8 Millionen Euro.
Millionen für Gas-, Wasser- und Stromleitungen
Die Enwag hat 2019 außerdem 12,8 Millionen Euro in neue Gas-, Wasser- und Stromleitungen investiert. Davon fallen 5,9 Millionen auf die Modernisierung des bestehenden Netzes und die Erschließung neuer Gebiete für die Gasversorgung, 3,7 Millionen auf die
Wasserversorgung und 1,6 Millionen auf das Stromnetz.
Trotz hoher Investitionssummen sagt Hartmann aber: "Uns fehlen die energiepolitischen Rahmenbedingungen als Basis für langfristige Investitionen." Er setze sich in Verbänden und Arbeitsgemeinschaften dafür ein, dass die Energie-, Wärme- und Verkehrswende auch auf Regierungsebene vorangetrieben werde. Faire Verzinsung von Investitionen in Energienetze und "Anerkennung der Leistungen" kritischer Infrastrukturbetreiber wären für ihn Möglichkeiten dafür. (agr)
