Die jüngsten verschärften Einschränkungen des öffentlichen Lebens haben beim Energiekonzern Eon nicht zu einem Rückgang des Stromabsatzes geführt. In der vergangenen Woche habe es keine spürbaren Veränderungen bei der Nachfrage gegeben, sagte Eon-Finanzvorstand Marc Spieker bei einer Telefonkonferenz anlässlich der Vorlage der Geschäftszahlen für das dritte Quartal. „Bisher scheint der Lockdown light keine wirtschaftlichen Auswirkungen zu haben“, erklärte Spieker.
In den vergangenen sechs Wochen habe sich der Stromabsatz wieder auf dem Vorkrisenniveau eingependelt. Für die ersten neun Monate bezifferte der Finanzchef das Minus bei der Gesamtenergienachfrage auf sechs bis sieben Prozent. Vor allem der Industriestrombedarf (minus zehn Prozent) knickte ein, während das Geschäft mit den Haushaltskunden stabil blieb.
Rebranding des Kundengeschäfts durchgeführt
Bei der Integration von Innogy in den Konzern habe es weitere Fortschritte gegeben, berichtete Spieker. So sei der Verkauf eines Teils des ungarischen Vertriebsgeschäfts und der tschechischen Vertriebsaktivitäten abgeschlossen worden. Damit habe Eon alle im Zuge der Kartellfreigabe angeordneten Auflagen der EU-Kommission umgesetzt. Durch die Veräußerungen nimmt Eon rund eine Milliarde Euro ein.
Zudem seien zentrale operative Funktionen des Konzerns etwa in den Bereichen Finance oder Energiebeschaffung zusammengeführt und neu ausgerichtet worden. Im Oktober habe das Rebranding des Kundengeschäfts stattgefunden, in den meisten Märkten sei die Marke Innogy nunmehr durch die Marke Eon ersetzt worden, erklärte Spieker weiter. „Wir haben zum ersten Oktober rund 2,5 Millionen Kunden in das konsolidierte Geschäft der neuen Eon migriert, ohne dass wir größere Abwanderungen zu verzeichnen hatten“, so der Finanzchef.
Dividende soll kontinuierlich steigen
Für das gesamte Geschäftsjahr 2020 geht das Eon-Management weiterhin von einem bereinigten operativen Gewinn (EBIT) im Konzern zwischen 3,6 und 3,8 Milliarden Euro aus. Der Konzernüberschuss soll sich auf 1,5 bis 1,7 Milliarden Euro belaufen. In den ersten neun Monaten sank das bereinigte EBIT auf rund 2,7 von 3,0 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Als Gründe nennt Eon die Auswirkungen der Corona-Pandemie sowie die „extrem warme Witterung im Winter und Frühjahr 19/20". Die Dividende will der Düsseldorfer Dax-Konzern nach wie vor bis 2022 jährlich um bis zu fünf Prozent erhöhen. (hil)



